Orgel und Stimme als Einheit

Die Freisinger Domsingknaben begeisterten das Publikum in der Stadtpfarrkirche mit "Geistlicher Musik im Haller-Jahr". Bild: aub
Lokales
Nabburg
10.09.2015
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Ein Chor von Welt betritt die Bühne nicht einfach so - schweigend. Die Freisinger Domsingknaben haben sich in ihr Nabburger Konzert quasi "eingesungen" - in die Stadtpfarrkirche, und zugleich in die Ohren und Herzen vieler begeisterter Zuhörer.

(aub) Als das gregorianische "Cantate Domino Canticum Novum" intoniert wurde, setzte sich der Zug vom Taufstein gen Ostchor in Bewegung: Die Knaben folgten den Älteren, bis etwa 60 Sänger vor dem Altar ihren Platz eingenommen hatten. Mit ihrem Dirigenten Boris Böhmann an der Spitze kamen die Freisinger Domsingknaben zu "Geistlicher Abendmusik im Haller-Jahr" nach Nabburg, brachten Chorwerke samt einem Hauch von Welt mit und als Gast Professor Nobert Düchtel. "Er war mein Orgel-Mentor während des Studiums in Regensburg", erinnerte sich Jonathan Brell, dessen Engagement das Konzert zu verdanken war, in seiner Begrüßung der Gäste.

"Michael Haller und seine Vorbilder" prägten den ersten Programmteil. Von Orlando di Lassos Missa "On me l'a dit" bis zu "Ave Maria virgo serena" von Josquin Deprez spannte der Chor einen stimmgewaltigen Bogen - klar, differenzierend, feinfühlig im Vortrag, voluminös, raumfüllend und durchdringend im Klangeindruck. Und mittendrin "Coenantibus Illis" von Michael Haller - gebürtig in Neusath, Komponist von Weltruhm. Zur zeitlichen Einstimmung hatte Christoph Druckenmüllers "Concerto in F" gedient, von Prof. Düchtel meisterlich an der Orgel interpretiert. Mit der Symphonie "Andante cantabile" von Charles Widor geleitete er später nicht nur in den zweiten, neuzeitlicheren Teil mit "Romantischer Chorsymphonik aus Frankreich und England" über, sondern auch die Sänger hinauf auf die Empore.

Für die folgenden Werke von Gabriel Fauré und Charles Villiers Stanford sollten Orgel und Stimme zu einer nicht nur räumlichen Einheit verschmelzen. Zum Finale zeigten sich die Sänger noch einmal ihrem begeisterten Publikum, das sich mit stehenden Ovationen und großem Applaus bedankte. Mit zwei Zugaben - darunter natürlich einem "Abendlied" - klang ein beeindruckender Konzertgenuss aus. Das Haller-Jahr jedoch endet erst am 18. Oktober mit dem Konzert der Gruppe "Cantificatio". Karten dazu sind für zehn Euro im Pfarramt und in der Gäste-Information der Stadt erhältlich.
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