Ostbayernring am Stadtrand

Westlich von Windpaißing führt der Stromtrassen-Korridor durch Nabburger Stadtgebiet. Gleich daneben (links) soll der neue Ostbayernring verlaufen. Dessen Bau plant die Firma Tennet ab 2018. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
03.09.2015
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Der Ostbayernring tangiert Nabburg nur auf einer Länge von 65 Metern. Den Verlauf dieser Trasse bekam der Stadtrat in dieser Woche vorgestellt. Den Bau einer weiteren Stromleitung über Stadtgebiet lehnte er per Resolution ab.

Die Firma Tennet - einer von vier Stromübertragungsnetzbetreibern in Deutschland, der über 24 Millionen Einwohner versorgt - konzipiert den neuen Ostbayernring (wir berichteten mehrfach). Deren Teilprojektleiter für den Abschnitt Süd, Alfred Reim, und Bürgerreferentin Ina-Isabelle Haffke kamen am Dienstagabend ins Rathaus, um die aktuellen Pläne zu präsentieren.

Zur Sicherung der Netzstabilität will Tennet laut Reim den Ausbau des Ostbayernrings zügig vorantreiben. Die Planungen laufen seit einem Jahr, im Herbst soll noch das Raumordnungsverfahren eingeleitet werden. Parallel dazu soll zusätzlich in einem ellipsenförmigen Korridor zwischen Magdeburg und Landshut eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) errichtet werden.

Höher und breiter

Für den Ostbayernring, der der Netzverstärkung zwischen Redwitz und Schwandorf dient, rechnet man bei Tennet damit, dass ab 2016 das Planfeststellungsverfahren läuft und 2018 der Baubeginn erfolgen kann. Eine Inbetriebnahme wäre 2020 vorgesehen, daran würde sich der Rückbau der alten Trasse anschließen.

Für die 45 Kilometer lange Etappe zwischen Etzenricht und Schwandorf gibt es verschiedene Varianten. Die aktuelle sähe den Bau von 90 bis 100 Masten vor. Nur zwei davon kämen am westlichen Rand auf Nabburger Stadtgebiet. Die neue Stromtrasse verliefe in geringfügigem Abstand und östlich zur bisherigen.

Auf Nachfragen aus den Kreisen der Stadträte gab Reim zu verstehen, dass die neuen Masten fünf bis zehn Meter höher und auch etwas breiter als die jetzt in der Landschaft stehenden Traversen würden. Die Leitung soll über einen 65 Meter breiten Sicherheitsstreifen führen, die darunter liegende Nutzung wäre eingeschränkt. Die neuen Masten sollen zwei 380-KV-Leitungssysteme tragen, an den alten hängen jeweils eine 220- und 380-KV-Leitung.

Der Stadtrat nahm diese Pläne zur Kenntnis, ohne einen Beschluss zu fassen. Im nächsten Tagesordnungspunkt verabschiedete er eine Resolution, die auch von der Großen Kreisstadt Schwandorf und den ebenfalls tangierten Kommunen Wernberg-Köblitz, Schmidgaden, Fensterbach und Schwarzenfeld mitgetragen wird. Sie wendet sich gegen eine neue HGÜ-Leitung. Dagegen votierte als einziger Stadtrat Dr. Helmut Ertl (ÜPW).
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