Partner im Naabtal

Bisher einzigartige Sitzung in historischer Umgebung: Im Rittersaal der Trausnitzer Burg tagten die Stadt-, Markt- und Gemeinderäte aus Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld, Wernberg-Köblitz und Trausnitz gemeinsam, um "IRE" auf den Weg zu bringen. Die Sitzplätze waren mit Nummern ausgelost worden, um die gegenseitige Kontaktaufnahme zu begünstigen. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
18.12.2014
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Die "Kleinregion Nördliches Naabtal" will die jungen Leute an die Heimat binden. Fünf Kommunen schlossen sich zusammen, um dafür Fördermittel von der EU zu bekommen. Sie wollen auf sechs entwickelten Handlungsfeldern agieren.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vergibt 485 Millionen Euro nach Bayern. In den Genuss von Zuschüssen aus diesem Topf können nur Räume mit über 20 000 Einwohnern gelangen, die ein Integriertes Regionales Entwicklungskonzept (IRE) vorweisen können. Vor diesem Hintergrund bildeten die Städte Nabburg und Pfreimd, die Märkte Schwarzenfeld und Wernberg-Köblitz sowie die Gemeinde Trausnitz miteinander die "Kleinregion Nördliches Naabtal". Sie manifestierten diese Kooperation in einer gemeinsamen Sitzung, zu der sich die Räte der fünf Kommunen am Mittwochabend auf Burg Trausnitz trafen. Mit dabei war auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl.

Das Konzept mit dem Titel "Leben im Fluss", über das es zu beschließen galt, eilte und war in den letzten Tagen mit heißer Nadel gestrickt worden: Es muss noch im Jahr 2014 von der Leitkommune Nabburg bei der Obersten Baubehörde in München eingereicht werden. Entworfen und zusammengestellt hatte es das Büro "UmbauStadt" aus Weimar und Frankfurt. Zwei seiner Repräsentanten, die Architekten Martin Fladt und Nikolai Freiherr von Brandis, waren mit nach Trausnitz gekommen, um es den fünf Bürgermeistern und 67 Ratsmitgliedern auf 170 gedruckten Seiten zu präsentieren.

Die Planer wussten: Die Konkurrenz um die Mittel ist groß. Alleine aus dem Landkreis Schwandorf (und übergreifend) bewerben sich drei Antragsteller. Doch es sei nichts umsonst gewesen. Sollte das "Nördliche Naabtal" bei der Verteilung der Gelder nicht zum Zug kommen, so besitze man doch eine von der Regierung der Oberpfalz anerkannte Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre. Sie erstreckt sich auf Projekte auf sechs Handlungsfeldern.

Erst einmal abwarten

Die oberste Devise dabei: Es soll gelingen, den heute 12- bis 15-Jährigen eine Perspektive aufzuzeigen, die sie veranlasst, nach dem Schulabschluss dauerhaft in der Region zu bleiben. Damit will man der negativen demografischen Entwicklung entgegenwirken.

In der Diskussion zeigte sich: Jede Kommune muss im Falle einer Förderung ihre Projekte selber durchziehen. Wer überhaupt in der Periode 2014 bis 2020 zum Zug gerät und wie hoch dann die Unterstützung ausfällt, kann heute niemand sagen. Die Konzepte und Unterlagen werden in München ausgewertet. Am 28. Februar 2015 soll dann feststehen, wer ins Programm rein kommt.

Rathaus-Chefs stehen dazu

Die fünf Bürgermeister warben bei ihren Entscheidungsgremien um Zustimmung. Martin Schwandner (Trausnitz) schrieb dem Tagungsort Symbolkraft zu: Denn die Ritter hätten sich hier einst auch getroffen, um Pläne zu schmieden. Das Wir-Gefühl innerhalb der neuen Arbeitsgemeinschaft unterstrich Armin Schärtl (Nabburg). Richard Tischler (Pfreimd) bezeichnete IRE als Türöffner für die Zukunft.

Georg Butz (Wernberg-Köblitz) sah darin einen Wunschkatalog, wie er innerhalb der EU nur noch von größeren Einheiten wahrgenommen wird. Manfred Rodde (Schwarzenfeld) zeigte sich überzeugt: "Die in unserem Konzept formulierten Ziele können alle unterschreiben". So war es dann auch. Alle Stimmberechtigten votierten dafür. Anschließend gesellten sie sich zu einem Ritteressen zusammen.
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