Petitionsflut zeigt Wirkung

Mit einem "Toast" wurde symbolisch auf den 50. Geburtstag der inhaftierten chinesischen Menschenrechtsaktivistin Liu Ping (Porträt auf dem Tisch) angestoßen. Verbunden damit waren die besten Wünsche für sie und die Forderung nach ihrer sofortigen Freilassung. Bild: Mayer
Lokales
Nabburg
11.12.2014
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In vielen Ländern wird gefoltert, sind die Menschen unsäglichem Leid ausgesetzt, das ihnen durch staatliche Stellen und Terrorgruppen zugefügt wird. Insofern stellt der 10. Dezember ein markantes Datum dar. Am Tag der Menschenrechte stand heuer eine Chinesin im Blickpunkt.

Sie hat im April 2013 gemeinsam mit anderen in China eine Demonstration organisiert, mit der hochrangige Staatsbedienstete aufgefordert wurden, ihre Vermögensverhältnisse offenzulegen. Die Staatsmacht ließ Liu Ping festnehmen, ein Gericht verurteilte sie zu sechseinhalb Jahren Gefängnis. Begründung: Sie habe "Streit angefangen" und durch eine Versammlung die öffentliche Ordnung gestört. Die mittlerweile erkrankte Menschenrechtsaktivistin verwies bei der Verhandlung darauf, dass sie in Untersuchungshaft gefoltert worden sei.

Der Briefmarathon

Am 2. Dezember wurde Liu Ping im Frauengefängnis 50 Jahre alt. Dies nahm Amnesty International zum Anlass, am Tag der Menschenrechte weltweit auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen und mit Briefen ihre sofortige Freilassung zu fordern. Dies sollte während einer symbolischen Geburtstagsfeier für sie geschehen. Die Schwandorfer AI-Kreisgruppe beteiligte sich am Mittwoch an der Aktion mit einer Veranstaltung im Schmidt-Haus.

Dort hieß Sprecherin Barbara Beck die Gäste willkommen, unter ihnen den Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl, seine Stellvertreterin Heidi Eckl, Landratstellvertreter Arnold Kimmerl und Pfarrerin Irene Friedrich. Neben dem Schicksal von Liu Ping machte Beck auf den 30. Jahrestag der UN-Anti-Folter-Konvention, die Amnesty damals mit einer Unterschriftenkampagne initiiert hatte, sowie den jährlichen Briefmarathon aufmerksam. Demnach schrieben im vergangenen Jahr Menschen in 80 Ländern 2,3 Millionen Briefe. "Einen einzigen Brief können die Behörden ungelesen in den Papierkorb werfen, aber Hunderttausende von Schreiben, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, lassen sich nicht ignorieren", so Beck. Sie dankte dem Verein Forum e. V. für die Überlassung der Räumlichkeit im Schmidt-Haus. AI-Mitglied Kurt F. Stangl trug einige seiner Gedichte vor, die der Thematik symbolkräftig Ausdruck verliehen. Von der "Folterflucht" mit dem kleinen Vogel über das "verschwundene Wort" bis hin zum "Platz des himmlischen Friedens" reichten seine Betrachtungen zum Schicksal der Opfer.

Den musikalischen Part bestritten Wolfgang Beier und Gerald Herbst, besser bekannt als Duo "12strings". Sie spannten mit Songs einen Bogen rund um den Globus und begeisterten stimmlich und instrumental.
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