Pläne für ein Demenz-Zentrum

Asklepios zog sich als stationärer Grundversorger zurück und schuf stattdessen in einem Gesundheitszentrum ein medizinisch-pflegerisches Angebot. Einer seiner Mieter ist im einstigen Krankenhaus die Krankenhaus-GmbH des Landkreises, die zusammen mit "SeniVita" das Haus St. Johannes betreibt. Auf dessen Ausbau basieren die Zukunftspläne des Roten Kreuzes.
Lokales
Nabburg
13.12.2014
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Das Rote Kreuz interessiert sich dafür, in Nabburg ein zweites Pflegeheim zu betreiben. Es möchte das ehemalige Kreiskrankenhaus erwerben und dort die Station ausbauen, die an Demenz leidende Menschen betreut. Doch davor sind erst einige rechtliche Hürden zu überwinden.

"Es gibt Pläne", bestätigte BRK-Direktor Alfred Braun auf Anfrage der NT-Redaktion. Wie sie konkret aussehen, möchte der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Denn am Montag steht das Thema erst einmal auf der Tagesordnung des nichtöffentlichen Teils der Kreistagssitzung. Diese Beratung gilt als weichenstellend dafür, ob sich das neue Projekt realisieren lässt.

Das BRK, das in Nabburg das einstige Kreisaltenheim übernahm und dort die "Arche Noah" mit rund 65 Wohn- und Pflegeplätzen für Senioren etablierte, will seinen Blick jedenfalls weiterhin auf die Zukunft richten. Der Betrieb von Heimen gehört da durchaus zu seinem Kerngeschäft. Das gilt nicht für den Landkreis, der nach einer ersten Teil-Stilllegung des Nabburger Krankenhauses miteingestiegen war, um im zweiten Obergeschoss dieses Gebäudes zusammen mit dem Partner "SeniVita" das Seniorenhaus St. Johannes zu schaffen. Dort entstand vor rund zehn Jahren eine beschützende Abteilung mit über 30 Plätzen.

Viel Verhandlungsbedarf

Wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren war, wäre der Kreis nicht abgeneigt, sich von dieser Einrichtung zu trennen. Das BRK als absolut vertrauenswürdiger, öffentlich-rechtlicher Träger würde sie übernehmen und in deutlich erweitertem Umfang, nicht nur auf einer Etage, fortführen. Voraussetzung wäre allerdings zunächst, dass es in den Besitz der Liegenschaft kommt und dort auch bauliche Veränderungen einleiten kann.

Nach der Schließung des Krankenhauses eröffnete der jetzige Eigentümer Asklepios ein Gesundheitszentrum mit Praxen und therapeutischen Einrichtungen. Zu seinen Mietern gehört auch die gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises mit dem Haus St. Johannes. Die Kette wäre dem Vernehmen nach durchaus abgabebereit. Der beim damaligen Kauf mit dem Landkreis geschlossene Vertrag lässt es jedoch nicht zu, dass das Gebäude direkt an Dritte weiterveräußert wird. Der Kreis besitzt für den Fall, dass sich Asklepios zurückziehen will, ein Vorkaufsrecht und eine Rückfalloption. Auf deren Inanspruchnahme müsste er verzichten, um den Weg für das Rote Kreuz frei zu machen.

Und genau darum geht es am Montag im Kreistag. Das Thema wurde bereits interfraktionell vorbesprochen, wobei sich durchaus politische Gemeinsamkeiten abzeichneten.

Ein Dreh- und Angelpunkt

Sollte nun beschlossen werden, dass Landrat und Verwaltung weitere Verhandlungen führen sollen, steht eine schwere Aufgabe bevor. Denn: Sollte für das Haus eine Nutzungsänderung kommen, könnte der Freistaat Bayern möglicherweise Fördermittel zurück verlangen, die er bei der umfassenden Sanierung des Krankenhauses in den neunziger Jahren gewährt hatte. Das Beharren auf solchen Forderungen könnte das Vorhaben dann schnell unwirtschaftlich machen und zum Scheitern bringen.
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