Rotzfrech Richtung Lebensfreude

"Da Huawa, da Meier und i" überzeugten das Publikum in der Nordgauhalle mit ihrem Programm "D"Würfel san rund": Erst nach drei Zugaben hörte der Beifallssturm auf. Bilder: Baehnisch (2)
Lokales
Nabburg
20.04.2015
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Fetzige Musik verknüpft mit kabarettistischen Texten: "Da Huawa, da Meier und i" begeisterten das Publikum am Freitag in der nahezu voll besetzten Nordgauhalle und bewiesen, warum man im Leben besser vorankommt, wenn "D'Würfel rund san".

Schon seit ihrem ersten Auftritt genoss die Gruppe "Da Huawa, da Meier und i" einen besonderen Ruf - und dem wurden sie auch in der bis auf die letzten Reihen voll besetzten Nordgauhalle gerecht, als sie ihr Programm "D'Würfel san rund" darboten. Natürlich spielt bayerisches Denken und Sprechen immer eine besondere Rolle in ihren nachdenkenswerten wie kritischen Texten. Schließlich stammen Christian, Matthias und Siegi, wie sie bürgerlich heißen, aus dem "scheena Bayernland". Wenn sie zeigen, "wie guat es uns doch geiht", dann meinen sie, dass die Ecken und Kanten, mit denen manche Gemütswolken die Stimmung verderben möchten, durch "rotzfreche" Anmerkungen wieder in Richtung Lebensfreude ausgeglichen werden.

Melodiös und rhythmisch

Das zeigte schon der Titel "Jeda is oana" melodiös und rhythmisch vorwärts treibend zugleich. Natürlich war es für die drei Musiker einer besonderen Erwähnung wert, dass man über Venedig nach Nabburg kommt. Ebenso wichtig war ihnen der Intelligenztest ihrer Zuhörerschaft, der ja nicht mit irgendwelchem Pisa-Test verwechselt werden darf, stattdessen mit korrekten bairischen Spracheigenheiten arbeitet, etwa "i mou - di mean" oder "wenn's mehra doun, dann dearns ses". Die Aussage "die Sonne scheint hier Tach für Tach" muss in diesem Zusammenhang allerdings als peinliche Entgleisung gewertet werden. Dann ging es um Musiker, die am frühen Nachmittag aufstehen und dann "Strawanza" betreiben, was musikalisch vieles Autofahren im Klang der Trompete bedeutet und sich in der Hotelnacht zum Marsch aus dem Zimmer aufs Klo steigert. Zur Beruhigung muss sogar die Titelmelodie aus "Schwanensee" herhalten. "Dahoam" wartet dann die "Miezekatz". Na und? "Wenns eim guat geiht, ko ma guat jammern!", lautet die Erkenntnis aller, die strawanzen. Mit dem Lied "Zahnweh" wurde eine neue Baustelle eröffnet. "Immer des Gschiss mit'm Biss" beklagten die drei, stellten dann aber fest "Naabecker Bier" eignet sich am besten zum Nachspülen. Übrigens: "Wer die Sehnsucht kennt, geht lieber zum Zahnarzt als zum Friseur." Ob dieser kühnen Behauptung alle im Publikum zustimmen, ist nicht sicher. Gelacht haben jedenfalls alle.

Viel Situationskomik

Zu der tiefsinnigen Gestaltung der Aussagen à la "Da Huawa, da Meier und i" kam noch etliche Situationskomik. Allein wie die drei sich auf der Bühne manchmal in Positur warfen, wurde zum echten Sonder-Erlebnis. Bei "Da Esl, s'Pony und da Frosch" gab es passende Strickmützen, bei "Energie-Mix" trug der Schlagzeuger einen Helm mit Mast, auf dem ein Windrädchen rotierte. Dem einen Gitarristen war eine Solaranlage auf den Hut montiert, der andere symbolisierte mit grüner Gummimaske eine Biogas-Anlage. Die Aussagen der drei dazu entbehrten echter Freundlichkeit. Auch Lebensmittel bekamen ihr Fett weg, wenn etwa gewarnt wurde vor "Ross in Raviolisoss" oder "da kaafst a Pute und frisst a Stute".

Drei Zugaben ertönten, dann hörte der Beifallssturm auf, weil klar wurde, jetzt ist Schluss. Die Art von "Da Huawa, da Meier und i", Texte zu gestalten und Melodien darzubieten, führt bayerisches Leben glänzend vor. Dementsprechend sollte man nicht an Lebensecken hängen bleiben, schließlich kommt man besser voran, wenn "D'Würfel rund san".
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