Sanierung braucht langen Atem

Stadträtin Martina Grim (rechts) zeigte der Besuchergruppe ihr saniertes Anwesen in der Hüllgasse. Bild: aub
Lokales
Nabburg
16.05.2015
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Weil "Städtebauförderung" ein Programm ist, dessen Ergebnisse sich sehen lassen können und Nabburg dazu ein Vorzeigemodell ist, bot sich zum Thementag eine Führung an. Maßnahmen in verschiedenen Stadien waren da zu sehen.

Insgesamt stehen laut Bürgermeister Armin Schärtl jährlich bundesweit 700 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. 570 Kommunen beteiligten sich heuer mit ihren Angeboten am Aktionstag, um Interessierten die Inhaltspunkte an aktuellen Beispielen konkret aufzuzeigen.

Mit Stadtheimatpfleger Raphael Haubelt begab sich die 20-köpfige Gruppe auf Besichtigungstour zu privaten wie städtischen Objekten: Mustergültig saniert präsentierte Martina Grim ihr Haus in der Hüllgasse. Alternativ zum Abriss sei hier, wie Bürgermeister Schärtl betonte, "nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern mit Einzug der VHS-Geschäftsstelle samt Gruppenraum auch ein öffentlichkeitswirksames Nutzungskonzept umgesetzt worden". Gleiches, doch noch im Bau, gilt für den Komplex Marienkirche. Ein vergleichender, erster Blick in die fast fertigen Wohnungen des Südtraktes, verdeutlichte, dass im einstigen Kirchen- und künftigen Veranstaltungsraum noch Einiges zu tun ist. Die Sanierung des Obertors musste die Stadt nun laut Schärtl, da bereits vor knapp 25 Jahren zur Grundsanierung bezuschusst, nebst kleinem Denkmalschutzbeitrag größtenteils selbst schultern. Man wolle jedoch so ein nutzungsförderndes Zeichen setzen.

Mähntor ein Problemfall

Im Spitalhof erinnerte Heimatpfleger Haubelt anhand von Bildern nicht nur an die positive Aufwertung durch das neue Platzkonzept, sondern auch angesichts des Bürgerspitals an die Sanierungsanfänge zu Beginn der 90er Jahre. Während dieses wieder seinem Ursprungssinn zugeführt wurde, wandelte sich der "Zehentstadel" zum Museum. Unverändert hingegen das "Birscht'nbinderhaus" am Oberen Markt 11: Eine denkmalseits äußerst interessante Hausgeschichte. Aber bedauerliches Fazit: Mehr Lichtblicke im Mauerwerk als hinsichtlich einer Lösung.

Besser sieht es in der Schmiedgasse aus: Architekt Fabian Knorr erwartete die Gruppe mitten in der Sanierungsphase seines Hauses. Zwar ohne Förderung, dafür mit viel investigativer Eigenleistung, bekam es jüngst ein neues Dach, wurde innen entkernt und "entputzt" - mit spannenden Erkenntnissen. Sein Engagement bereut er nicht - für die Besucher augenscheinlich des zu erwartenden Ergebnisses mehr als verständlich. Die Endstation des Rundganges bildete das Mähntor. Trotz allen Charmes und Ideenreichtums lassen sich hier wohl mögliche künftige Nutzungskonzepte mit bau- und sicherheitstechnischen Auflagen nicht so leicht in Einklang bringen.
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