Schaubrauen im Schallerhof

Lokales
Nabburg
13.04.2015
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Jürgen Ferschl sagt: "Brauen ist kein Beruf, sondern Berufung. Es ist auch keine Arbeit, sondern eine Lebenseinstellung!" Diese Sicht der Dinge stellte er am Sonntag im Freilandmuseum dar.

Das Thema "Handwerk" steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Museumssaison in Neusath-Perschen. Am zweiten Aktionstag zum Jahresmotto präsentierte sich am Sonntag nicht nur die Schreinerinnung des Landkreises Schwandorf, sondern auch Brauer Jürgen Ferschl.

Die Besucher konnten dem Bierbrauer Jürgen Ferschl (35) beim Schaubrauen im Schallerhof zusehen. Er hat dabei die wichtigsten Schritte der Bierherstellung, die im Sudhaus stattfinden, gezeigt. Ziel war es, den Besuchern offenzulegen, wie die Bierherstellung abläuft.

Vom Wasser zum Bier

Jürgen Ferschl aus Stulln hat im Mai 2002 seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Wiefelsdorfer Brauerei Plank mit hervorragenden Ergebnissen abgeschlossen und im gleichen Jahr sein Studium in Weihenstephan aufgenommen, das er nach nur acht Semestern Studienzeit als Diplom-Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie abschloss. Seit 2006 war er in diversen Unternehmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Projektmanagement und strategischer Planung tätig. Nebenbei hat er einen Traum verwirklicht: seine eigene, kleine Brauerei. So kam im Juni 2014 der entscheidende Schritt in die Selbstständigkeit. Seitdem gibt es "Ferschl Bräu" offiziell.

Im Museum hat Ferschl als ersten Schritt das Maischen gezeigt. Dabei wird das Malzschrot mit Wasser gemischt und die im Malz vorhandene Stärke bei verschiedenen Temperaturen natürlich in Zucker umgewandelt. Um die festen Malzbstandteile zu entfernen, wird die Maische abgeläutert. Die Gerstenspelzen bilden eine natürliche Filterschicht, durch die die Würze klar abläuft. Die abgeläuterte Würze wird nun gekocht. Beim Kochen wird der Hopfen zugesetzt, der dem Bier Geschmack und Aroma verleiht und es haltbar macht.

Der Beruf des Schreiners ist ein traditioneller Beruf, der in der heutigen Zeit nicht an Aktualität verloren hat und ein immer noch faszinierendes Handwerk ist. Am Sonntag führten Innungs-Schreiner verschiedene Arbeiten aus und standen für Fragen zur Verfügung. Daneben konnten sich die Besucher über die Arbeit des Museumsrestaurators beim Konservieren der historischen Exponate im Zentraldepot informieren.

Die Zimmerer zeigen in der Handwerkerhalle das Rekonstruieren von Fehlstellen, das Anschäften schadhafter Balken, den Aufbau von Holzkonstruktionen und die kraftschlüssige Wiederherstellung statischer Belastung - alles Tätigkeiten, um das Austragshaus der Hofanlage "Köstlerwenzel" im Museumsgelände wieder aufbauen zu können. Die Mauerer führen an einer Fachwerkwand die Lehmausfachung vor und ein Mitarbeiter zeigt wie Hanichlzäune gemacht werden.

Sehenswert waren auch die kunstvollen Dachstuhl-Modelle von Josef Hauer, einem Zimmerermeister in Ruhestand, der sie den Besuchern in der Handwerkerhalle erläuterte. Im Stiftlanddorf präsentierte Josef Winderl die fast ausgestorbene Kunst des Besenbindens, Rechenmachens und Holzpantoffelschnitzens.
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