Schwimmunterricht für Flüchtlingskinder im Freibad in Perschen
Fit gemacht für das kühle Nass

Im Freibad in Perschen gab es das Angebot für Flüchtlingskinder, das Schwimmen zu lernen. Bild: hm
Lokales
Nabburg
15.09.2015
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(mhö) "Ich kann ja schwimmen". Dieser Satz wird oft recht leichtfertig ausgesprochen. Jedoch gibt es jeden Sommer zahlreiche Berichte über Badeunfälle mit teils gravierenden Folgen. Schwimmunterricht ist daher wichtig, um die Grundlagen richtig zu lernen. Im Freibad in Perschen wurden daher während der Sommerferien Schwimmstunden für Flüchtlingskinder angeboten.

Angi Hirmer aus Pfreimd, die den Arbeitskreis Asyl managt, hat diesen Kurs ins Leben gerufen. Unterstützt wurde das Projekt von "Welten verbinden", einer Stiftung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und der Diakonie Bayern. Neben den Schreckensmeldungen war ein weiterer Grund, dass die Kinder auch in der Schule Unterricht im Schwimmen haben werden, und so schon dafür gewappnet seien, erklärt Johanna Hausknecht. Sie leitete zusammen mit Wolfgang Bernert von der Wasserwacht die Schwimmstunden. Drei Wochen im August und zwei Wochen im September unterrichteten sie ehrenamtlich neun Kinder und Jugendliche aus Albanien, Serbien, Syrien und der Ukraine.

Für zehn Euro als Eintritt ins Freibad hatten die 8- bis 16-Jährigen so in je fünf bis sieben Stunden die Möglichkeit, ihre Schwimmkünste zu trainieren. Als grobes Ziel waren zwar die Anforderungen des Seepferdchen-Abzeichen gesteckt, die drei Schüler auch erreichten. "Aber die Kinder lernen unterschiedlich schnell, uns war es daher vor allem wichtig, ihnen die Angst vor dem Wasser zu nehmen", erklärt Hausknecht. Ein offizieller Kurs war es insofern nicht, sondern einige Stunden, in denen Grundlagen vermittelt wurden. "Die Technik ist jetzt bei allen in Ordnung, jeder kann vom Beckenrand springen, kurze Strecken schwimmen und tauchen", resümiert die 26-Jährige.

Schwierigkeiten bei der Verständigung gab es kaum. Kommuniziert wurde auf Deutsch oder Englisch, aber gerade Sport funktioniere immer über zeigen und nachmachen. Die Lehramtsstudentin sieht den Unterricht auch für sich selbst als gute praktische Übung zum Studium. Jedes Kind brauche zudem individuelle Tipps, dabei ergänzten sich die Kollegen mit theoretischem Wissen und langjähriger Erfahrung optimal. Außerdem freute sie sich über die Begeisterung ihrer Schützlinge: "Es ist schön, zu sehen wie viel Spaß sie haben und dass sie dadurch selbstbewusster werden." Nach dem Schwimmen gingen daher nicht nur die Kinder mit einem "Strahlen im Gesicht" wieder nach Hause.
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