SPD und ÖDP äußern sich gemeinsam zum Bürgerbegehren
Kritik an Initiatoren

Lokales
Nabburg
01.08.2015
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Der SPD-Ortsverein bleibt nach einer Sitzung von Stadtratsfraktion und Vorstandschaft dabei und lehnt die Errichtung eines neuen Handelszentrums ab. Dieser Haltung schloss sich auch die ÖDP an. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung hervor, die der NT-Redaktion von den Fraktionssprecherinnen im Stadtrat, Evi Thanheiser (SPD) und Heidi Eckl (ÖDP), übergeben wurde.

Sie beinhaltet einen massiven Vorwurf an die Adresse der Initiatoren des Bürgerbegehrens: Von ihnen werde verschwiegen, "dass der Investor keine Aussage zum Discounter macht, bis zu 75 Prozent der Verkaufsfläche für Lebensmittel vorgesehen sind, die Stadt keinerlei Einfluss darauf hat, was dort angeboten wird, ein Geschäft für Bekleidung und Elektroartikel ein Wunsch bleibt, Qualitätsware selbst vom Investor nicht zugesichert werden kann, das Projekt den Vorgaben des bayerischen Landesentwicklungsprogramms widerspricht, das mit 100 000 Euro bezuschusste Stadtentwicklungskonzept, dem ein einstimmiger Stadtratsbeschluss zugrunde liegt, torpediert wird, die vielversprechenden Anstrengungen des Netzwerkes Nabburg mit dem Ziel ,Leben findet innen statt' zunichte gemacht werden, weitere Leerstände in unserer Stadt die Folge sein werden, versprochene Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen reine Spekulation sind und der Handelsmarkt von älteren Menschen ohne Führerschein fußläufig nicht zu erreichen ist."

Die Verfasser sind überzeugt, dass die Versorgungslage für die Bevölkerung mit Diska, Netto, Rewe, Norma und Plössl ausreichend ist und sich durch das angekündigte Einkaufszentrum auf der grünen Wiese außerhalb der Stadt nicht wesentlich verbessert.

Auf Seite des Netzwerks

"Nabburg braucht keinen fünften Supermarkt, wieder mit Schreibwaren, Bäcker und Metzger", heißt es auf Betreiben von Heidi Eckl in der Erklärung. Der Investor wisse nur einen Frequenzbringer sicher, er habe bisher keinen Elektrofachhandel, kein Bekleidungsgeschäft oder irgendetwas Neues für Nabburg akquirieren können, "sonst wäre ja nochmal abgestimmt worden". Die Kunden würden von bestehenden Märkten abgezogen, was sogar einen Diska in Gefahr bringen könne. Es stehe nicht an, Arbeitsplätze zu gewinnen, sondern zu verlieren.

Abschließend stellten sich SPD und ÖDP auf den Standpunkt: "Für die Erweiterung des Angebots für das Wenige, was man in Nabburg noch nicht bekommt, setzen wir auf die gute Konzeption des Nabburger Netzwerkes und unterstützen dessen Bemühungen, die eher zielführend sind als ein Handelszentrum."
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