Spezielle Seelsorge für Männer

Lokales
Nabburg
30.10.2015
9
0

Männerseelsorge hat in der Kirche eine lange Tradition. Männer reden sehr wohl über ihre Gefühle, ihren Glauben. Sie brauchen dafür aber eigene Angebote. Die Männer- und Vätergemeinschaften der Diözese Regensburg feierten nun ihr 30-jähriges Bestehen.

"Die Männerseelsorge ist in den letzten Jahrzehnten in ein komisches Licht geraten - und das von verschiedenen Seiten", stellte Generalvikar Prälat Michael Fuchs beim Festgottesdienst zum Jubiläum "30 Jahre Katholische Männer- und Vätergemeinschaften" in seiner Predigt fest. Hintergrund sei ein beschleunigter gesellschaftlicher Wandel, der tief in das Verständnis von Geschlechterrollen eingreife.

Da sei zunächst die Vermutung, dass die katholische Kirche ohnehin eher eine Männerkirche sei. Was brauche es da eine Männerseelsorge? Wer sonntags in die Gottesdienste blicke, sehe aber oft ein Missverhältnis zwischen Männern und Frauen. "In manchen Pfarreien der Diözese dürften es doppelt so viele Frauen wie Männer sein", schätzte der Redner. Ähnliches spiegle sich auch in den pfarrlichen Diensten wieder. "Da macht es Sinn, in der Männerseelsorge genauer hinzuschauen auf die Belange der Männer in ihrem Glauben und ihrem religiösen Bewusstsein", machte der Geistliche klar.

Ein zweiter Einwand komme nach Prälat Fuchs eher aus gesellschaftlichen Bereichen: "Wichtig sei es doch, den Frauen mehr Gewicht zu geben, die in den meisten Berufen und in höheren Aufgaben eher ins Hintertreffen kommen". Die Männer da in den Blick zu nehmen, verschließe die Augen vor dem wahren Ungleichgewicht. Frauenförderung solle das Ziel sein, die Männer würden sich schon selbst helfen. "Wer solches behauptet, sieht das Ganze als ein Gegeneinander, wie zwei Parteien der Menschheit, die in einem dauernden Gegensatz handeln würden." Dabei habe sich, so Fuchs, in den letzten Jahrzehnten für beide Geschlechter viel verändert, nicht nur für Frauen.

"Dämonische" Ideologie

Ein dritter Einwand komme noch grundsätzlicher daher. So behaupte eine radikale Form der Gender-Ideologie, Mann und Frau seien bloß eine Konstruktion des Gehirns. In Wirklichkeit seien wir Mensch. "Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht", hatte Simone de Beauvoir behauptet. Ähnliches würde dann auch für den Mann gelten. Papst Franziskus habe diese Form der Gender-Ideologie sogar einmal als "dämonisch" bezeichnet, weil sie nicht nur den Leib gering achte, sondern auch Ehe und Familie als Kern von Gesellschaft und Kirche zerstöre und damit die Zukunft gefährde.

"Im Gegensatz dazu glauben wir Christen, dass Gott den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat. Daher sei es auch gut, nicht nur über den Menschen zu reden, sondern über das Frau-Sein und über das Mann-Sein. "Und daher ist es auch gut, eine Männerseelsorge zu haben", unterstrich der Redner abschließend.

Beim Festakt im Jugendwerk wurde Domkapitular Prälat Peter Hubbauer als "Diözesanseelsorger" nach 18 Jahren verabschiedet. Domvikar Monsignore Harald Scharf als dessen Nachfolger wünschte Generalvikar Fuchs viel Schwung. Durch die Arbeit bei Kolping sei er für diese Tätigkeit ja gut vorbereitet. Dass der Diözesanverband der Katholischen Männer- und Vätergemeinschaften mit vielen Terminen und Veranstaltungen für seine Mitglieder aufwarten kann, belegte der Jahresbericht von Vorsitzendem Alois Lukas. Zu hören war da von zahlreichen Wallfahrten, Bildungstagen, Vorträgen oder Einkehrtagen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.