Sprachrohr der überhörten Bürger

Wir sind doch nicht der Feind des Netzwerks, wir loben sogar dessen Arbeit.
Lokales
Nabburg
13.06.2015
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Nabburg braucht neue Einkaufsmöglichkeiten. Diese These vertritt die "Interessengemeinschaft pro Handelszentrum" und will sie jetzt mit einer Unterschriftensammlung unterstreichen. Dem Stadtrat möchte sie damit zeigen, dass er am Volk vorbei entschieden habe.

Stefan Schmid und Tobias Knechtel wissen: In Nabburg fehlen ganze Branchen. Sie meinen: Die Stadt hat dringend einen neuen Schub nötig. Deshalb engagieren sie sich für den Bau eines Handelszentrums, mit dem sich der Stadtrat bisher mehrheitlich nicht anfreunden konnte. In einer Online-Petition auf Facebook brachten sie 381 Stimmen zusammen, jetzt wollen sie die Stimmung in der Stadt mit einer Unterschriftensammlung auch in klassischer Form zum Ausdruck bringen.

Wobei sie in einem Pressegespräch von vorne herein klar feststellen: Sie wollen weder auf Konfrontation gehen noch Unsachlichkeit akzeptieren. Es gehe überhaupt nicht darum, Konkurrenzverhältnisse für die bestehende Nabburger Geschäftswelt zu schaffen. Ziel ist es, das Sortiment zu ergänzen, nicht weg zu diskutierende Lücken zu schließen und dadurch den Abfluss von Kaufkraft in andere Orte zu verhindern. Der Repräsentant des Investors habe beim "Schwarzen Adler" klar zu verstehen gegeben, dass er - außer einem Lebensmittler als Frequenzbringer - kein Interesse daran hat, Branchen anzusiedeln, die in der Stadt bereits ausreichend vertreten sind. Die Lage zwischen Schlör- und Sauerzapfstraße sei erste Sahne: beinahe unmittelbar an der Autobahnanschlussstelle, direkt neben der Staatsstraße, die als wichtigste Ost-West-Verbindung im Landkreis-Norden gilt.

Vor diesem Hintergrund betonen die beiden Sprecher der IG auch, dass sie sich in keinster Weise als Gegner des "Netzwerk Nabburg" sehen. Im Gegenteil: Man habe Dialogbereitschaft signalisiert, um miteinander das Beste für Nabburg zu erreichen. In der Info-Versammlung sei ja klar zu hören gewesen, dass es auch unter den Netzwerkern Befürworter des Handelszentrums gibt, daran ändere auch eine Stellungnahme der Vorsitzenden nichts.

"Definitiv" will die IG laut Schmid und Knechtel auch keinen parteipolitischen Karren ziehen. Dass sie kürzlich die Info-Versammlung mit der CSU veranstaltete, liege rein in der Tatsache begründet, dass sie sich bisher als einzige der im Stadtrat vertretenen Fraktionen klar für das Handelszentrum ausgesprochen habe.

Die IG fühlt sich vielmehr als Sprachrohr derjenigen Nabburger, die sich durch die ablehnende Haltung des Stadtrates überhört fühlen. Ihnen möchte sie jetzt eine Gelegenheit geben, sich mit einer Unterschrift in die öffentliche Diskussion einzumischen, nachdem der Stadtrat nichtöffentlich abgestimmt hatte. Die Sammlung an knapp 20 Stellen des Stadtgebietes (grüner Kasten) soll nach Angaben der Initiatoren so lange laufen, bis das Thema öffentlich in den Stadtrat kommt.

"Wir wollen ein Umdenken erwirken", betonen Schmid und Knechtel. Sie verstehen beide nicht, dass eine Ratsmehrheit die Ansiedlung neuer Geschäfte ablehnt, die zusätzlich zu ihrem Warenangebot für die Bürger auch eine neue Steuer-Einnahmequelle für die hoch verschuldete Kommune brächten. Die Stadt müsse Chancen ergreifen und nicht verhindern - noch dazu, wenn sie dafür weder Kosten noch Risiko trage.
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