Stadtrat beschließt Steg-Sperrung

Wer künftig über den Halsgraben will, muss einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Der Stadtrat beschloss, den Steg für Fußgänger zu sperren. Laut einem Gutachten besteht Einsturzgefahr, wenn sich zu viele Menschen auf der Brücke aufhalten. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
18.03.2015
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Das Urteil des Gutachters ist vernichtend: Menschenansammlungen auf dem Halsgrabensteg können zum Einsturz führen. Der Stadtrat beschloss deshalb einstimmig, das marode Bauwerk sofort zu sperren. Wie es weiter geht, steht in den Sternen. Es gibt mehrere Alternativen.

Auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am Dienstag kam das Thema nach einem Antrag der CSU-Fraktion, die sich in Person ihres Sprechers Hans-Georg Dobler wegen der Ergebnisse des Gutachtens für eine umgehende Sperrung des 1992 gebauten Halsgrabenstegs einsetzte. "Das ist höchst gefährlich und gleicht russischem Roulette", machte Dobler deutlich, dass eine sofortige Sperrung aus Sicht der CSU-Fraktion unumgänglich sei. Die Experten hatten festgestellt, dass eine größere Menschenmenge auf dem Steg zu dessen Einsturz führen könnte.

Im zweiten Punkt des CSU-Antrags ging es um die Zukunft - oder besser Nicht-Zukunft - der Überführung über den Halsgraben. Nach Ansicht der Christsozialen sei nämlich ein etwa 200 000 Euro teuerer Neubau aufgrund der Haushaltslage der Stadt schlicht nicht zu schultern. Der Umweg über den Gehsteig an der Straße betrage in etwa eine Minute, weshalb ein Neubau nicht gerechtfertigt sei.

Geteilte Meinungen

Während die sofortige Sperrung des Stegs im Stadtrat größtenteils auf Zustimmung stieß, gab es bei dem beantragten generellen Verzicht auf den Steg geteilte Meinungen. SPD-Fraktionssprecherin Evi Thanheiser erinnerte daran, dass ein Grund für den Bau damals die Sicherheit der Schulkinder gewesen sei. Wenn es möglich sei, im Etat Mittel für den Steg bereitzustellen, "sollten wir das machen", sagte Thanheiser und unterstrich: "Die Sicherheit hat absolute Priorität". Irene Ehemann (ABU) war gegen eine sofortige Sperrung des Stegs. Während die Sanierung des Obertors laufe, sollten Schulkinder noch über das Bauwerk gelassen werden. Laut Gutachten sei es für einzelne Personen ungefährlich, den Halsgrabensteg zu benutzen.

Für Dr. Helmut Ertl (ÜPW) war ein neuer Steg vor allem eine Frage der Kosten. "Für 200 000 Euro brauchen wir überhaupt nicht anzufangen", unterstrich er. Er sprach sich dafür aus, nach günstigeren Alternativen zu suchen, bevor der Rat eine endgültige Entscheidung trifft. Diese Auffassung teilten auch Josef Weber (SPD) und Karl Beer (CSU).

Mit 17:2 Stimmen beschloss der Stadtrat, den Steg umgehend zu sperren. Mit einer Gegenstimme sprach sich das Gremium dafür aus, zeitnah nach günstigeren Alternativen zu suchen und das Thema dann erneut auf die Tagesordnung zu bringen.
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