Stimmen für das Einkaufszentrum

So hatte sich der interessierte Investor die Aufteilung des 1,6 Hektar großen Geländes vorgestellt. Doch der Stadtrat lehnte es ab, zwischen Sauerzapfstraße, Staatsstraße 2156 und Schlörstraße, direkt am Kreisverkehr (unten rechts), ein "Sondergebiet Handel" auszuweisen, womit das Einkaufszentrum gescheitert war. Plan: A. Schubert
Lokales
Nabburg
13.05.2015
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Die Ablehnung eines neuen Handelszentrums erzeugt Protest. Das geht aus einem offenen Brief hervor, den die Initiatoren einer Online-Petition ins Rathaus schickten. Der Bürgermeister sieht die Verantwortung für die kritisierte Stadtratsentscheidung bei der Regierung in Regensburg.

In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Stadtrat beschlossen, kein neues "Sondergebiet Handel" an der Staatsstraße 2156 auszuweisen (wir berichteten). Dadurch waren die Pläne einer Bayreuther Gewerbebauten-Gesellschaft durchkreuzt, die gegenüber der Diskothek "Pearls" ein Grundstück aus Privatbesitz kaufen und darauf ein kleines Einkaufszentrum mit Lebensmittel- und Fachmärkten errichten wollte.

"Für Aufschwung sorgen"

Den Weg dazu öffnen möchte jedoch eine Privatinitiative. Fünf Nabburger starteten am 29. April eine "Online Petition Pro Einkaufszentrum" und erfuhren bisher via Facebook über 300 Zustimmungen. Darauf aufbauend schrieben Stefan Schmid, Tobias Knechtel, Pia Schottenheim, Maximilian Unger und Alexander Uhlig am 9. Mai einen offenen Brief an Bürgermeister Armin Schärtl. Sie verlangten darin die Präzisierung der Ablehnungsgründe.

Welche Geschäfte möchten Sie vor dem Handelszentrum schützen? Warum verzichtet die Stadt auf Gewerbesteuermehreinnahmen? Wieso wird auf wohnortnahe Arbeitsplätze für die Bürger Nabburgs verzichtet? Diese Fragen warfen sie auf und meinten: "Unserer Ansicht nach würde ein solches Handelszentrum neue Kunden nach Nabburg ziehen, welche dann auch dem bisherigen Gewerbestand zugute kämen". Auswärtsfahrten für größere Anschaffungen würden außerdem entfallen, Zeit und Sprit ließen sich sparen, die Umwelt schonen.

Durchaus vorstellen könnte man sich eine Zusammenarbeit mit dem "Netzwerk Nabburg". Und: "Der Name Nabburgs als Einkaufsstadt würde sicherlich davon profitieren". Auch Nabburger Gewerbetreibende würden einem offenen Wettbewerb gerne entgegen sehen. Das Angebot solle jedenfalls nochmals geprüft werden, um "an dieser markanten Stelle für einen neuen Aufschwung in Nabburg zu sorgen".

"Reine Spekulation"

Die Antwort des Stadtoberhauptes kam schon tags darauf. In seiner rückblickenden Betrachtung verwies Armin Schärtl darauf, dass er mit dem interessierten Projektentwickler "bei den zuständigen Stellen der Regierung der Oberpfalz (Landesplanung und Städtebauförderung)" gewesen sei. Das Ergebnis fasste er so zusammen: "Dort wurde uns unmissverständlich signalisiert, dass mit einer Zustimmung der Regierung nicht zu rechnen sei, weil dieses Ansinnen dem einstimmig von allen Fraktionen im Nabburger Stadtrat beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept widerspreche und den Richtlinien des Freistaates zur Landesplanung zuwiderlaufe (zum Beispiel keine unmittelbare Anbindung an die Wohnbebauung)".

In der nächsten Stadtratssitzung habe er dem Projektentwickler die Gelegenheit gegeben, seine Vorstellungen zu erläutern. Weil es sich um eine Grundstücksangelegenheit handelte, "musste dies zwingend nichtöffentlich erfolgen", so Schärtl. Nach intensiven Diskussionen vertagte man die Entscheidung um einen Monat, bevor der Antrag abgelehnt wurde.

Fragen über Gewerbesteuer und Arbeitsplätze nachzugehen, das sei reine Spekulation. Daran beteilige er sich nicht. Der Bürgermeister bat um Verständnis, dass er keinen Facebook-Account besitze "und aus Zeitgründen nicht jede Äußerung, Meinung, Halb- oder Unwahrheit kommentieren bzw. richtigstellen kann". Seine Aufgabe bestand nach eigenen Angaben darin, den Beschluss umzusetzen und ihn dem Projektentwickler mitzuteilen.
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