Störche harren der Winterkälte in Nabburg
Dauergäste auf dem Dach

Den Störchen macht das Überwintern in unseren Breiten nichts aus. Nur, wenn der Boden gefroren ist oder unter einer dicken Schneeschicht liegt, muss Storchenbetreuer Karl Beer zufüttern. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
20.01.2015
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Während sich ihre Artgenossen im Süden die Sonne aufs Gefieder scheinen lassen, harren die Nabburger Störche in der Winterkälte aus. "Kein Problem", sagt Storchenbetreuer Karl Beer angesichts der Dauergäste. Bislang musste er nur selten eingreifen.

Solange der Boden nicht gefroren ist oder unter einer dicken Schneeschicht liegt, finden die beiden daheimgebliebenen Störche auf den Wiesen genügend Nahrung, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Auch die Temperaturen stören die beiden nicht unbedingt: "Selbst knackige Kälte macht Störchen nichts aus", weiß Professor Werner Schuler, Vorsitzender der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz.

Falls es doch einmal eng wird mit der Nahrungssuche gibt es immer noch Storchenbetreuer Karl Beer. Als es vor wenigen Wochen richtig kalt wurde, fütterte er die beiden Adebars mit sechs bis zehn Eintagsküken pro Tag. Die Happen für die Störche legt Beer in einen Bach bei Diendorf. Dass das Storchen-Menü im Wasser liegt, hat einen einfachen Grund: So können die Krähen und Elstern das Futter nicht holen.

Große Unterstützung

Karl Beer spielt aber keineswegs den ganzen Winter über den Storchen-Wirt. "Sie sollten sich nicht daran gewöhnen, dass sie durchgefüttert werden, sondern selber suchen, wenn es etwas gibt", macht er deutlich, dass er nur die allerletzte Futter-Ratio darstellt. Die Eintagsküken kauft Beer von der Vogelaufzuchtstation in Regenstauf - auf Kosten der "Storchenfreunde Nabburg". In diesem Zusammenhang dankt er ausdrücklich der Bevölkerung für ihre große Unterstützung: "Die Hilfsbereitschaft in Nabburg ist für die Störche sehr groß".

Nicht ungewöhnlich

Dass die Störche im vergangenen Jahr scheinbar den richtigen Zeitpunkt für einen Abflug in die warmen Gefilde rund ums Mittelmeer oder bis nach Südafrika verpasst haben, liegt vermutlich am langen und warmen Herbst in der Region - und ist gar nicht einmal so selten. Wie Professor Werner Schuler darlegt, gab es zum Beispiel in Fronberg einen Adebar, der grundsätzlich den weiten Flug verweigert hat. Das hatte den Grund, dass der Vogel ein Zooflüchtling war. "Störche, die man im Herbst am Zug hindert, bleiben auch künftig da", schildert Schuler, dass dieses Verhalten den Tieren quasi anerzogen werden kann.

Doch auch Störche, die normalerweise jedes Jahr den weiten Weg in die südliche Wärme auf sich nehmen, können durchaus einmal hierbleiben und überwintern: "Das ist nicht ganz ungewöhnlich, sollte aber nicht zu oft vorkommen", betont der Experte vom Landesbund für Vogelschutz.
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