Urnenhain für den Waldfriedhof

Lokales
Nabburg
08.06.2015
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Für den Bau neuer Urnen auf dem Waldfriedhof gibt es jetzt eine Lösung, die allen Stadträten gefällt. Das stellte sich bei einer nochmaligen Ortsbesichtigung heraus. Im Moment nicht zu beseitigende Sorgen bereitet dagegen der Stadtfriedhof.

Es war der zweite Anlauf. Denn der Bürgermeister und der Stadtrat hatten sich schon einmal auf dem Waldfriedhof eingefunden, um gestalterische Aspekte vor Ort zu diskutieren. Damals hatte man sich einvernehmlich entschieden, eine sechsteilige Urnenwand direkt neben dem Vorplatz der Aussegnungshalle zu platzieren. Als es später um die Konkretisierung der Pläne ging, kamen mehrere kritische Stimmen. Deshalb trat das Gremium nun noch einmal an Ort und Stelle zusammen.

Der städtische Friedhofsverwalter Christian Wirth präsentierte dabei einen Entwurf, mit dem versucht worden war, eine breite Basis für die Entscheidung zu finden. Das gelang dann auch: Denn letztlich beschloss der Stadtrat bei der Fortführung seiner Sitzung im Rathaus einstimmig, aus der zunächst geplanten Urnenwand eine Art Urnenhain zu machen.

Weiter weg von der Halle

Erstellt werden sechs zweireihig versetzte Elemente mit jeweils acht Kammern. Es entstehen dadurch 48 Urnennischen, in denen jeweils bis zu vier Verstorbene einer Familie bestattet werden könnten. Nähere Regelungen bleiben allerdings der Friedhofssatzung vorbehalten.

Gestalterisch wird es jedenfalls so kommen, dass die sechs Teile trapezförmig angeordnet und etwa 6,50 Meter von der ursprünglich geplanten Stelle in Richtung Wald zurück versetzt werden. Dazu müssen einige wenige Bäume weichen. Vom Leichenhaus-Vorplatz wird ein zusätzlicher kleiner Weg an den Urnen vorbeiführen, auf dem drei Ruhebänke Platz finden. Mit einer heckenartigen Bepflanzung wird der Platz abgegrenzt.

Zuvor hatte Altbürgermeister Josef Fischer einen Einwand mit Blick auf die Aussegnungshalle gebracht. Man müsse daran denken, dass sie später nach der Schließung des Stadtfriedhofs einmal in Richtung Norden erweitert werden müsste. Vorausschauend gelte es jetzt, eine Enge zu der neuen Urnenwand zu vermeiden. Diesem Anliegen trägt die überarbeitete Planung bereits Rechnung.

5000 Euro teuerer

"Die Diskussion hat also doch etwas gebracht", fasste Hans-Georg Dobler zusammen, was sich viele Stadträte dachten. Es sei jetzt eine durchaus gefällige Lösung gefunden worden. Der Stadtrat wählte auch gleich noch das Material aus: Die Wand-Elemente werden in dunkelgrau gestocktem Granit ausgeführt, dazu kommen farblich angepasste, glatte Vorplatten. Der Auftrag, die Teile zu fertigen, ging an die Amberger Firma Voit.

Mit der Bauausführung ist dem Vernehmen nach in etwa acht Wochen zu rechnen. Die Umplanung führt zu einer leichten Kostenerhöhung: Nach zunächst 60 000 ist jetzt mit 5000 Euro mehr zu kalkulieren.

Beim Ortstermin informierte der Friedhofsverwalter auch über das Ergebnis der Zug- und Druckprüfung auf dem Waldfriedhof. Dabei waren vor wenigen Tagen 30 gelockerte Grabmäler beanstandet worden.

Josef Fischer regte kurzfristig auch eine Besichtigung des Stadtfriedhofs an. Zwischen bereits aufgelassenen Gräbern ergebe sich dort ein unschönes Bild durch Reste von Fundamenten oder Einfassungen. Vor Ort kam der Stadtrat zu dem Ergebnis, dass es momentan dafür keine generelle Lösung gibt. Es bleibt der Termin der endgültigen Schließung dieses Friedhofs abzuwarten.
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