Viele Eindrücke im Zulu-Land

Lokales
Nabburg
06.12.2014
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"Euer Lohn wird im Himmel groß sein", heißt es in der Bergpredigt. Und den haben sich die beiden Nabburger Bischof Dr. Fritz Lobinger und Schwester Eobarda Ries durch ihren jahrzehntelangen Einsatz in Südafrika mehr als verdient.

Bei einem Besuch verschaffte sich eine mehrköpfige Zahl Gläubiger aus der Pfarrei Sankt Johannes unter Leitung von Stadtpfarrer Hannes Lorenz auf dem südöstlichsten Teil des afrikanischen Kontinents ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort. Die Nabburger Reisegruppe zählte 38 Teilnehmer, die sich auf den langen Weg ins Zulu-Land machte. Ziel war es, die beiden Missionare Bischof Dr. Fritz Lobinger und Schwester Eobarda Ries zu besuchen.

Groß war die Freude der beiden Nabburger, die bereits seit mehr als vier Jahrzehnten im Osten Südafrikas das Evangelium verkünden und leben, als sie die Gruppe mit Stadtpfarrer Hannes Lorenz an der Spitze am Flughafen in Durban begrüßten. Die ersten drei Tage galten dem Besuch in Mariannhill, wo Bischof Lobinger seinen Ruhestand verbringt. Er informierte ausführlich über die Geschichte der Missionare und den Aufbau der Seelsorge in Afrika, die er als Bischof von Aliwal-North mehr als 20 Jahre lang entscheidend prägte. Kleine christliche Gemeinschaften, Seelsorgeteams aus Laien und das Bibelteilen waren und sind das Grundgerüst der Pfarrgemeinden, das der Nabburger zusammen mit seinen Oberpfälzer Bischofskollegen in Südafrika, Hubert Bucher und Oswald Hirmer, entwickelte.

Hohe Aids-Rate

Auf der Weiterfahrt in die traumhaft schöne Gebirgslandschaft von Kwa Zulu Natal informierten sich die Reisenden in Mandeni bei Pater Gerhard Lagleder über die Arbeit mit Aids-Kranken. In dieser Region sind bis zu drei Viertel der Bevölkerung infiziert. Die "Brotherhood of St. Gerard" versucht seit vielen Jahren - auch durch Spenden des Nabburger Gymnasiums - das Ansteigen der Neuansteckungen einzudämmen und den Infizierten durch Behandlung eine bestmögliche Lebensqualität und bis zu 35 zusätzliche Jahre zu schenken.

Weitere drei Tage führte der Weg nach Nkandla, wo sich Schwester Eobarda Ries zusammen mit sechs Mallersdorfer Schwestern aus Deutschland und mittlerweile sechs einheimischen Nardini-Sisters um die Zulu-Bevölkerung kümmert. Im "Sizanani-Outreach-Projekt" der Schwestern fahren rund 60 Helfer zusammen mit den Schwestern in die Hütten der Menschen, die in einem sehr dünn besiedelten Gebiet - teils ohne Wasser und Elektrizität aber mit einer Arbeitslosigkeit von 90 Prozent - leben müssen. Die Ordensfrauen unter der Leitung von Schwester Ellen Lindner, die aus Floß stammt, sorgen sich insbesondere um die Kinder und deren Schulbildung, sowie um Kranke und Alte sowie Familien, in denen die Elterngeneration bereits durch Aids ausgelöscht wurde.

Wenig staatliche Hilfen

Die Teilnehmer aus Nabburg waren tief bewegt, als sie in Gruppen mit den Helfern hinausfuhren, um die Situation hautnah kennen zu lernen. Sozialarbeiter kümmern sich um rechtliche Angelegenheiten und helfen, die wenigen staatlichen Hilfen in Anspruch zu nehmen. Daneben ist im "Sizanani-Centre" die Sorge um die 35 Kinder im Heim eine zentrale Aufgabe. Zudem werden den Frauen aus den umgebenden Siedlungen in Heimarbeit mit Perlen- und Flechtarbeiten eigene Einkommensmöglichkeiten verschafft. Eine kleine Auswahl dieser Arbeiten werden beim Nikolausmarkt in Nabburg zum Kauf angeboten, um die Arbeit der Schwestern finanziell zu unterstützen.

Segen für das Land

Höhepunkt des Besuches war ein gemeinsamer Gottesdienst in Nkandla, den die Kinder des Heims unter Leitung von Schwester Selina mit Zulu-Gesängen eindrucksvoll gestalteten. Nicht nur dieses Erlebnis ging den Gästen aus der Oberpfalz sprichwörtlich unter die Haut. Sprachlosigkeit gab es auch angesichts der katastrophalen Lebensumstände für die Menschen. Zusätzlich beeindruckten die Herzlichkeit der Menschen und die Freude der Kinder über das Wenige. Unter den Reisenden herrschte allgemeine Zustimmung für die Aussage, dass die Missionare und die Schwestern ein Segen für das Land und seine Bewohner seien. Sie geben überaus wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe.

Neben diesen Begegnungen mit den Missionaren standen auch Besuche in den Reservaten mit Pirschfahrt und Foto-Safari sowie Abstecher nach Durban, Shakaland, Pretoria und Soweto auf dem Programm. Ein langer Flug über Dubai brachte die Teilnehmer tief beeindruckt wieder nach Hause.
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