Von Entsetzen bis Begeisterung

Der Stadtrat beschloss die Neugestaltung des Vorplatzes der Aussegnungshalle am Waldfriedhof. Wo die drei Komponenten der Urnenwand hinkommen sollen, zeigen die am Boden liegenden Lattengerüste (rechte Bildhälfte) an. Die genaue Platzierung will der Stadtrat jedoch erst bei einer nochmaligen Ortsbesichtigung festlegen. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
08.05.2015
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Der Vorplatz des Leichenhauses auf dem Waldfriedhof wird umgestaltet. Den Plan genehmigte der Stadtrat bei zwei Gegenstimmen. Die Entscheidung über die Ausführung einer Urnenwand vertagte er.

Die Neugestaltung hatte der Stadtrat schon bei einer Ortsbesichtigung im August 2014 in die Wege geleitet. Auf dem Vorplatz sollen demzufolge die Zu- und Abgänge auf einer Breite von 2,50 Metern geteert, eine dazwischen befindliche, 35 Quadratmeter große Fläche gepflastert werden. Für die Bauausführung sorgt der Bauhof. Die Kosten in Höhe von etwa 60 000 Euro sollen in den Etat 2015 aufgenommen werden. Diesen Beschluss fasste nun das Gremium; die Räte Josef Fischer (ABU) und Frank Zeitler (CSU) stimmten dagegen (grüner Kasten).

Nicht mehr einig

Für eine längere Diskussion sorgte die Ausführung einer dreiteiligen Urnenwand mit insgesamt 48 Kammern. Auf einer Breite von etwa 15 Metern soll sie an der Nordseite des Platzes erstellt werden. Vorgesehen ist, zweireihige Module leicht versetzt anzuordnen. "Um Gottes Willen!", war Entsetzen aus dem Plenum zu vernehmen, als der geschäftsleitende Hans Sorgenfrei den Plan skizzierte. "Nicht auf diesem Platz", sprach sich Karl Beer (CSU) dafür aus, einen anderen Standort zu wählen; dazu seien genügend Freiflächen verfügbar. Ganz anders sah es Josef Götz (SPD): Der vorgesehene Platz sei geradezu prädestiniert, denn da komme jeder Friedhofsbesucher gut hin. Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) erinnerte daran, dass der Standort vor Ort mit 21:0-Stimmen beschlossen worden war. "Es ging da nur noch um Ausführungsart und Farbgestaltung", ergänzte sein Stellvertreter Kurt Koppmann (ÜPW).

Die drei Blöcke direkt nebeneinander schauen nicht gut aus, begründete Dr. Josef Pürner (CSU) seine Meinungsänderung: "Wir tun dem Friedhof damit optisch keinen Gefallen." Irene Ehemann (ABU) wusste aus Gesprächen, dass vielen Einwohnern diese Lösung auch nicht gefällt. Laut Bürgermeister bestehe durchaus Einigkeit, dass es "kein ästhetisches Highlight" sei. "Aber warum stellen wir das dann an eine so exponierte Stelle?", fragte sich Beer.

Nicht wie Fertiggaragen

Peter Haas (SPD) regte einen Kompromiss an: Die drei Teile sollten nicht in eine Linie gesetzt, sondern aufgelockert, eventuell winkelförmig, platziert werden. Darauf ging der Bürgermeister ein: Die Entscheidung könne ja direkt noch vor Ort mit dem Bauhof getroffen werden, bevor die Arbeiter die Fundamente betonieren.

Aber auch zur Farbgestaltung herrsche noch Gesprächsbedarf, "damit die Wand nicht ausschaut wie kleine Fertiggaragen", fügte Frank Zeitler an. Die Verwaltung solle von den Herstellern Kreativität einfordern, denn sie wollen ja schließlich was verkaufen. Josef Fischer sprach sich angesichts des vorgeschlagenen, grauen Materials dagegen aus, "einfach so was hinzuklotzen", denn: "Wir müssen schon auch den Charakter des Waldfriedhofs beachten."

Letztlich trat Irene Ehemann dafür ein, die Festlegung zurückzustellen und eine bessere Lösung zu suchen. Die Würfel sollen nun vor der nächsten Sitzung fallen. Dann macht der Stadtrat nochmals eine Ortsbesichtigung.
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