Waldbauern informieren sich in Tschechien - Fast nur Staatsforst - Viele Buchen
Nachbarn ernten Holz anders

Das gefällte Holz wird zu einem Manipulationsplatz (unser Bild) transportiert und hier nach den erforderlichen Sortimenten aufgearbeitet. Josef Liegl (Bildmitte) rechnete vor, dass dadurch bessere Erlöse erzielt werden. Bild: haa
Lokales
Nabburg
30.05.2015
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Die Lehrfahrt der Waldbauernvereinigung (WBV) stieß auf großes Interesse. 60 Forstwirte aus der Region ließen sich von den tschechischen Nachbarn im Raum Domažlice über deren Fortwirtschaft informieren. Die Reiseleitung übernahm der Geschäftsführer der WBV Waldmünchen Josef Liegl. Er steht mit der tschechischen Forstdirektion in Domažlice seit Jahren in enger Verbindung.

Kahlschläge

Die Waldungen in Tschechien sind überwiegend staatlich. Es gibt nur wenige private Waldbesitzer. Alleine der Stadtwald von Domažlice umfasst 3500 Hektar. Erfolgen hierzulande bei der Holzernte meist nur Durchforstungen und Auslichtungen, werden dort in der Regel, auf einer ausgewählten Fläche, komplette Kahlschläge mit dem Harvester gemacht.

Das geschlagene Holz wird dann zu einem Manipulationsplatz transportiert und nach den erforderlichen und georderten Sortimenten aufgearbeitet und zusammengestellt. Dies hat den Vorteil, dass von einer bestimmten Holzart und Qualität sowie Stärke oder Länge, größere Lose auf einmal anfallen, gab Liegl zu verstehen. Außerdem erhalten die Abnehmer permanent über einen längeren Zeitraum eine gleichbleibende Qualität. Auch Sonderaufträge können leichter erledigt werden.

Der Nachteil ist lediglich, dass das Holz zweimal auf die Transportfahrzeuge verladen werden muss. Diese zusätzlichen Kosten gleichen sich allerdings durch höhere Erlöse wieder aus. Knapp ein Viertel des Bestandes um Domažlice ist Buchenwald. Der Holzzuwachs liegt wegen der zahlreichen Wasserläufe bei etwa zehn Festmeter pro Hektar im Jahr.

Naturdenkmal

Die Besucher besichtigten auch eine riesige Fichte, die als Naturdenkmal eingestuft ist. Der Baum hat einen Durchmesser von etwa zwei Metern und ist 45 Meter hoch. Schließlich wurde noch ein Abstecher auf den Cerchov, der mit 1042 Meter der höchste Berg im Chodenland ist, unternommen.
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