Weitere Messung nötig

Wenig Freude hat die Förderschule mit einigen Räumen, die sie im Gebäude der Volksschule angemietet hat. Nach Beschwerden über gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Unterricht musste ein Gutachter eingeschaltet werden, der tatsächlich zu hohe Schadstoff-Werte feststellte. Eine weitere Messung soll nun die Effektivität der eingeleiteten Gegenmaßnahmen untersuchen. Bild: Dobler
Lokales
Nabburg
05.12.2014
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"Wogen geschlagen bis zum Gewerbeaufsichtsamt" hat laut Bürgermeister Armin Schärtl die Aufregung um die schadstoffbelasteten Klassenzimmer im Schulgebäude an der Kemnather Straße. In einigen Wochen steht eine weitere Messung an. Deren Kosten teilen sich Stadt und Landkreis.

Das Thema der belasteten Schulräume beschäftigt die Verantwortlichen schon länger, seit einem Monat ist es nach einer Veröffentlichung in unserer Zeitung auch in der Öffentlichkeit bekannt. Betroffen sind einige Räume in jenem Trakt, den die Stadt Nabburg als Eigentümerin der Volksschule an die Förderschule vermietet hat.

Aus Kreisen des Förderschul-Personals kamen auch die Klagen. Von einem "chemischen Geruch" in zwei Klassenzimmern war die Rede und von massiven körperlichen Beeinträchtigungen - Halsprobleme, Kopfweh, tränende Augen und mehr fanden sich auf der Liste der Beschwerdeführer. Schärtl betonte hingegen am Mittwoch bei einer Sitzung des Schulverbands Nabburg, dass es sich nur um eine einzige Lehrkraft gehandelt habe, die sich betroffen fühlte. Darüber hinaus seien ihm "von Eltern, Schülern und Lehrerschaft keinerlei Beschwerden zu Ohren gekommen".

Herausgekommen sei bei einer Messung eines Umweltlabors, dass die Raumluft mit Formaldehyd belastet sei. Also habe man das neue Schrankmobiliar, das das Landratsamt für die von der Förderschule gemieteten Räume in der Volksschule angeschafft habe, wieder ausgebaut.

Neues Putzmittel

Als "auffälligen Konzentrationswert, den man weiter beobachten sollte" stellte der Umwelt-Analytiker laut Schärtl auch den der schwerflüchtigen organischen Lösungsmittel vor. Hier geht es vor allem um 2-Phenoxyethanol, das Haut und Augen reizt und zu Halsschmerzen und Husten führen kann.

"Zu hoch" sei überdies die Konzentration an Schimmelpilzsporen in der Luft gewesen. Dagegen schlug der Gutachter eine Feinreinigung der Räume und andere Putzmittel vor. "Wir putzen jetzt mit Haka-Schmierseife", informierte der Bürgermeister die beiden anderen Schulverbandsräte Johann Wilhelm und Frank Zeitler sowie den stellvertretenden Schulleiter Michael Chwatal und Ramona Boyer vom Elternbeirat der Mittelschule, die ebenfalls an der Schulverbandssitzung teilnahmen.

Die Angelegenheit habe die Stadt bislang fast 5000 Euro gekostet, sagte Schärtl. Weitere 2000 Euro, die die neuerliche Messung der Raumluft kosten werde, "teilen wir uns halbe-halbe mit dem Landratsamt".
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