Weiterhin abkochen - Netz spülen und chloren - Weit verzweigt
Trinkwasser noch verkeimt

Raus aus dem Hahn, rein ins Glas und trinken. In Teilen des Zweckverbandes geht das nicht, muss das Wasser weiterhin abgekocht werden. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
07.11.2014
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Noch immer nicht keimfrei ist das Wasser in der sogenannten Hochzone des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe (wir berichteten). Weiterhin wird mit Chlor desinfiziert. Das Trinkwasser muss ebenso einige Minuten abgekocht werden. Das ist nötig, um die Keime abzutöten. Zusätzlich werden nach den Worten von Hans Werner, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes bei der Gemeinde Schmidgaden, die Leitungen gespült. Besonders an Abzweigungen und Absperrschiebern würden sich Keime hartnäckig festsetzen.

"Sie machen alles richtig", sagt der Leiter des Schwandorfer Gesundheitsamtes Dr. Maximilian Kühnel und spricht von einem Sonderfall. Es könne jeweils nur eine gewisse Menge Chlor zugegeben werden, damit das Wasser noch genießbar sei. Die Wasserversorgung müsse sichergestellt bleiben. Erst wenn auch in den entfernten Teilen des Leitungsnetzes eine wirksame Chlorkonzentration nachweisbar sei, könne auf das Abkochen verzichtet werden. Das sei nach den Messergebnissen vom Donnerstag aber noch nicht so. Dass es solange dauert, liegt laut Kühnel an dem weit verzweigten Verteilungssystem mit vielen Endsträngen und geringem Wasserverbrauch.

Nur der Indikator

Die coliformen Keime gelten lediglich als Indikator dafür, dass das Wasser belastet ist. "Was sich dahinter verbirgt, weiß man nicht", sagt Kühnel und nennt EHEC nur als ein Beispiel. Rohrbrüche oder Bauarbeiten führten häufig zu Verkeimungen. Nach dem Hochbehälter Diepoltshof - dort ist das Wasser noch völlig in Ordnung - wird am Versorgungsnetz gebaut. Den Worten Hans Werners nach sind die Asbestzementleitungen rund 50 Jahre alt und werden erneuert. Andere Versorger hätten sie bereits vor einigen Jahren ausgetauscht, sagt Werner, der natürlich alles andere als erfreut über die Verkeimung ist. "Wasser muss hygienisch einwandfrei sein. Wenn eine Probe nicht passt, muss man handeln."

Die Bevölkerung, so der Geschäftsführer, sei über die Anschlagtafeln der Gemeinden, die Homepage von Schmidgaden und die Tageszeitung informiert worden. Auch die Gesprächsrunde, die zur Sanierung des Leitungsnetzes gebildet wurde, sei unterrichtet worden. Er will das Problem keineswegs herunterspielen, merkt aber an, dass viele Wasserversorger dieses Problem schon gehabt hätten und auch haben werden.
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