Zulassen, was Nabburg braucht

Für die Erweiterung dieser beiden Märkte im Gewerbegebiet "Am Angerweiher" schafft die Stadt Baurecht. Doch damit gerät sie in Konflikt mit der Regierung der Oberpfalz, die darin einen Widerspruch zu den Zielen des Stadtentwicklungskonzeptes sieht und deshalb die weitere Städtebauförderung in Frage stellt. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
05.06.2015
30
0

Norma soll erweitern und Rossmann kommen. Darauf arbeitet die Stadt hin. Doch die Regierung in Regensburg sieht das Konzept zur Stadtentwicklung in Gefahr.

Die Regensburger Immobiliengesellschaft möchte die insgesamt zulässige Geschossfläche für ihre beiden Märkte "Am Angerweiher" um 230 auf 2400 Quadratmeter erweitern. In einem Gebäude will die Norma erweitern, im anderen Rossmann anstelle von Kik einziehen. Zunächst musste die Stadt davon ausgehen, dass dafür wegen der geplanten Größen der Bebauungsplan geändert und ein "Sondergebiet Handel" geschaffen werden muss.

Doch die Höhere Landesplanungsbehörde bei der Regierung der Oberpfalz signalisierte, dass es auch anders geht. Sollte der Lebensmittelmarkt eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmeter unterschreiten und sich der Drogeriemarkt mit maximal 800 Quadratmetern begnügen, so würden sie nicht als Einzelhandelsgroßbetriebe gelten und man könnte sich behördlich mit einer vereinfachten Änderung des Bebauungsplanes zufrieden geben - mit der Konsequenz, dass die Vorhaben viel schnell zu realisieren wären. Der Investor signalisierte, dass diese Flächenbegrenzungen akzeptabel wären. Damit war eine Hürde aus dem Weg.

ISEK als Hindernis

Doch der geschäftsleitende Beamte der Verwaltungsgemeinschaft, Hans Sorgenfrei, musste den Stadträten am Dienstag auch erklären, dass inzwischen ein anderes Problem besteht. Denn die Abteilung Städtebauförderung an der Regierung sieht einen Widerspruch zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Durch die Ausdehnung im Gewerbegebiet "Am Angerweiher" würden zentrale Versorgungsbereiche genauso tangiert wie potenzielle Ergänzungsstandorte, die nach dem Bau der Umgehungsstraße am Ramgraben und in der Austraße vorgesehen wären. Deshalb kam aus Regensburg die Frage: Will die Stadt ihre Ziele ändern und das ISEK aktualisieren? In Frage gestellt wurde jedenfalls die weitere Städtebauförderung.

Darüber ärgerte sich Stadtrat Dr. Helmut Ertl (ÜPW). Man müsse da vom Rathaus aus mal eingreifen und die Interessen der Bevölkerung klar machen. Es könne doch wohl nicht sein, dass eine Beamtin bei der Regierung ablehnt, was die gesamte Nabburger Bevölkerung will - nämlich alsbald einen Drogeriemarkt.

Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei hatte bereits Argumente gesammelt. Das Gebiet "Am Angerweiher" sei doch auch zentrumsnah, nur 800 Meter von der Altstadt entfernt, fußläufig genauso erreichbar wie mit dem Stadtbus. Die beiden Vorhaben würden das Landesentwicklungsprogramm erfüllen, weil sie der Innenentwicklung Nabburgs durch die Nachverdichtung von Verkaufsflächen dienen. Es würde auch keine Konkurrenz im Sortiment erzeugt, zudem ein Leerstand nach dem Auszug von Kik (Ende Juni geplant) vermieden. Außerdem werde es noch lange dauern, bis die betreffenden Grundstücke an Ramgraben/Austraße verfügbar wären. Davor müsse erst die Aussiedlung der Baywa über die Bühne gehen.

Nicht aufhalten lassen

Die Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler (CSU) und Evi Thanheiser (SPD) waren sich mit Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) einig: Der Ausbau der Märkte darf nicht aufgehalten werden, weil in Nabburg vor allem großer Bedarf an Drogerie-Artikeln bestehe. Einstimmig fasste der Stadtrat sodann den Satzungsbeschluss für die vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet. Damit hat die Stadt Baurecht geschaffen. Unabhängig davon muss sie nun versuchen, mit der Regierung der Oberpfalz den Konflikt in Sachen ISEK/Städtebauförderung auszuräumen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4090)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.