Zum Deutschen Mühlentag: Viele Teilnehmer an der Sonderführung durch die Rauberweihermühle - ...
Ausgefeilte Technik und aufsehenerregende Geschichte

Im Technikraum, dem Herzstück einer jeden Mühle, bekamen die Besucher Einblicke in die Funktionsweise.
Lokales
Nabburg
27.05.2015
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Das hatten selbst die Verantwortlichen im Freilandmuseum Neusath-Perschen nicht so erwartet: Enormen Besucherandrang gab es am Pfingstmontag bei der Führung in der Rauberweihermühle. Den Anlass bot der Deutsche Mühlentag.

Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde, kurz DGM, zählt die Erhaltung von Wind- und Wassermühlen sowie die Erforschung der Entwicklung des Mühlenwesens zu ihren Zielen. Sie ist bestrebt, die Bedeutung von Mühlen als technische Kulturdenkmäler deutlich zu machen, ihre Geschichte einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln und sich für eine fachgerechte Erhaltung und Nutzung historischer Mühlen als Zeugen der Technikgeschichte einzusetzen. Seit 1994 lädt die DGM an einem jeden Pfingstmontag zum Mühlentag ein.

Nicht nur Mühle

Diesem Ziel hat sich das Freilandmuseum Neusath-Perschen angeschlossen, ist doch der größte und imposanteste Bau auf gesamten Museumsgelände in Neusath die Rauberweihermühle. Mit dem Transfer wurde in den achtziger Jahren ein bedeutendes Zeugnis dieser Baukultur gerettet. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Dorfmühle handelt es sich da um ein Landsassengut, das neben der Mühle auch die Wohnungen der Herrschaft, des herrschaftlichen Jägers und des Müllers beinhaltet. Dies erfuhren am Pfingstmontag die interessierten Besucher während einer Führung. Lorenz Burger vom Freilandmuseum brachte dem Publikum die Mühle näher. Heuer kamen so viele Teilnehmer noch nie zuvor.

Legende hält sich

Zunächst hörten sie eine Einführung zum Thema Mühlen allgemein. Bei den Mühlen muss unterschieden werden wie sie betrieben werden - ob durch Windkraft oder durch Pferdekraft oder, wie bei der Rauberweihermühle, mit Wasserkraft. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal ist, was mit der Mühle gemacht wird. Entweder wurde einst damit Getreide gemahlen oder Holz gesägt; andere Eigner betrieben Hammerwerke zur Metallbearbeitung. Mahlmühlen für die Mehlgewinnung gehörten in früheren Zeiten zu vielen Orten, waren sie doch wichtig, denn erst die Mühlen produzierten für das Brotbacken das Mehl, das aus dem Getreide der Bauern gewonnen wurde.

Der Einführung folgten Erklärungen im Technikraum. Der komplizierte Mechanismus der Mühlen erschien den Menschen früher oft unheimlich. Dem Müller unterstellten viele Kunden Betrugsabsicht, da in Zeiten von Armut und Hunger jeder Angst hatte, nicht genug Mehl für sein geliertes Getreide zu bekommen. Auch die Mühlenbauer schienen besondere Handwerker gewesen zu sein. Oft errichteten sie die Mühlen ohne niedergelegten Plan. In der Rauberweihermühle soll auch die "Weiße Frau" wohnen, weswegen Müller sie nicht gerne besuchen, aus Angst sie könne ihnen folgen. Burger erklärte die Besonderheit dieser Mühle, die sich von gewöhnlichen Mühlen unterschied. Dass dort nicht nur die Herrschaft wohnte, sondern auch der Jäger und der Müller, bedingte die Größe des Gebäudes.
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