Zur Kirwa ein Stück heile Welt

"Ein Stück heile Welt" präsentierte Helmut A. Binser im "Theatro". Passend zum Kirwa-Wochenende, machte der Musik-Kabarettist aus dem Bayerwald gute Laune. Bild: Amann
Lokales
Nabburg
19.10.2014
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Helmut A. Binser erntete für seinen Auftritt viel Applaus. Mit ihm erlebten die "Theatro"-Besucher am Freitagabend einen vergnüglichen Start ins Allerweltskirwa-Wochenende. Der Musik-Kabarettist aus dem Bayerwald zeigte, was er unter seiner "heilen Welt" versteht.

Martin Schönberger alias Helmut A. Binser sagt es ganz offen, wenn er gefragt wird, ob seine Texte auch einen Hintergrund haben: Ja, bei jedem Auftritt einen anderen. An diesem Abend auf der Musik-Cafe-Bühne sind es ein großer Spiegel und ein Vorhang. Stimmt, lange nachdenken braucht man über seine Stücke nicht, sie sind nicht wirklich tiefsinnig. Das will der Binser aber auch gar nicht. Er möchte seinem Publikum eine unterhaltsame Zeit bescheren, mit viel Spaß und wenig Grübeln. Nicht umsonst nennt er sein Programm "Ein Stück heile Welt".

Was sie für ihn bedeutet, bringt der Mann aus Runding im Landkreis Cham permanent zum Ausdruck: sein Dorf, sein Wirtshaus, seine Mama, seine Spezln. Diese Faktoren ziehen sich wie ein roter Faden durch den Abend, an ihnen hängt er seine Lieder, oft in Couplet-Form, auf. Dass er sich dabei seines Oberpfälzer Dialekts bedient, versteht sich von selber.

Binser sucht und findet schnell den Schulterschluss zu seinen Zuhörern. Er erzählt ihnen gleich am Anfang, dass er Nabburg schon lange kennt. Vor zehn Jahren ist er mit seinen Kumpels hierher gefahren "zum Fortgehen". Das "MedRo" ist ihm da ganz besonders in Erinnerung geblieben. Jetzt macht er Station in der Stadt, um mit spanischer Konzertgitarre und Quetschn, seinem "Karlheinzi", aufzutreten und gute Laune zu verbreiten.

Die Stimmung muss stimmen, lautet seine Devise. Und das schafft er auch. Womit er den Leuten ja was Gutes tut, wie er sich von "Experten" bestätigt sieht, die postulieren: Lachen ist gesünder wie jeder Sport.

Binser erzählt viel von daheim: "In meinem Wirtshaus drin, da brauch ich keinen PUK und keinen PIN". Sein Lieblingstier ist der Zapfhahn... Er ist halt einer, der "ja" sagt zum Leben und einsieht: Man kann nicht immer jung sein, deshalb gilt es das Jungsein zu genießen. Deshalb will er sich keinen unnötigen Stress machen. Eine Form von heile Welt ist es für Binser auch, am Valentinstag das Anstehen im Blumenladen in der Kneipe mit Goaßmaß, Jägermeister und Fernet Branca zu überbrücken.

Der Wortwitz kommt bei ihm nicht zu kurz. Zum Beispiel bei einem "Liedl", vor dem er 100 Liter Freibier für Denjenigen verspricht, der es noch an diesem Abend auswendig lernen kann: Er nennt es einen "Blues", konkret etwas "Blaues": eine nur aus Ortsnamen bestehende Reise durch Bayern - auf dem Weg zu einer ganz bestimmten Spezies Helles. Das Versprechen braucht er nicht einzulösen. Die Fans sind schon damit zufrieden, dass sie mit Binser einen urigen Ausflug in die Welt des unbeschwerten Humors unternehmen durften.
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