Differenzen nach Jagdvergabe

Symbolbild: dpa
Politik
Nabburg
07.04.2016
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Die Versammlung der Jagdgenossenschaft Nabburg - respektive die Jagdvergabe - schlägt im Nachhinein hohe Wellen: In einem offenen Brief wandten sich drei Mitglieder jetzt an Bürgermeister Armin Schärtl. Das Stadtoberhaupt - so der Vorwurf der Waidmänner - soll zum Nachteil der Stadt gehandelt haben.

Bei der Jagdvergabe im März habe Schärtl als Vertreter der Stadt und der Bürgerspitalstiftung den Antrag eines Jägers unterstützt, der über die gesamte Laufzeit rund 4600 Euro weniger an Pachteinnahmen einbringe und zusätzlich nicht kalkulierbare Kosten durch anfallende Wildschäden verursachen könne, ist dem Schreiben, das auch den Fraktionssprechern im Stadtrat und unserer Zeitung zugeleitet wurde, zu entnehmen. Eine andere Offerte hätte mehr Pachteinnahmen, eine höhere Absicherung von Wildschäden und ein Sonder-Ausstiegsrecht der Jagdgenossenschaft beinhaltet, wenn die abgesicherten Wildschäden überschritten gewesen wären, heißt es weiter.

Stimmen und Fläche


Die Abstimmungsregeln bei den Jagdgenossen sehen vor, dass ein Beschluss mit der Mehrheit der Stimmen sowie der Flächen zu fassen ist. Deshalb komme dem Vertreter der Stadt und der Bürgerspitalstiftung eine besondere Verantwortung zu, schreiben die drei Jagdgenossen. Der Flächenanteil von Stadt und Stiftung habe bereits 43 Prozent der bei der Sitzung anwesenden Hektar betragen. Durch die Verteilung der großen Flächen auf wenige Köpfe lasse sich das Abstimmungsverhalten des Bürgermeisters leicht nachvollziehen, ist dem Brief entnehmen.

Bürgermeister Armin Schärtl sagte bei der Stadtratssitzung, dass bei der Versammlung im März die Vergabe der Jagdbögen an die bisherigen drei Pächter beschlossen worden sei. Mit diesem Ergebnis seien drei Jagdgenossen nicht einverstanden, fuhr das Stadtoberhaupt fort und betonte, dass das Abstimmungsverhalten der Stadt nicht ausschlaggebend dafür gewesen sei, dass der andere Bewerber nicht zum Zug gekommen sei.

Auf Nachfrage des NT konkretisierte er gestern in einem Telefonat, dass es seiner persönlichen Ansicht zufolge Animositäten zwischen einem der drei Pächter und einem Jagdgenossen gebe. Der Jagdpachtschilling, fuhr Schärtl fort, sei nur ein Punkt bei der Vergabe. Wichtig sei es zum Beispiel auch, dass eine ordnungsgemäße Bejagung stattfinde oder dass der Pächter sich schnell um eventuelle Schadensregulierungen kümmern könnte, da sonst ein viel größerer Schaden drohe. "Der Pachtschilling ist ein Kriterium, aber beileibe nicht das einzige - geschweige denn das entscheidende", unterstrich der Bürgermeister. Die Summe gelte im übrigen über die gesamte Laufzeit von neun Jahren für die komplette Jagdgenossenschaft.

Beschwerde bei Behörde


Es könnte sein, dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist. Auf Nachfrage bei der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt teilte deren Leiter Christian Guder mit, dass mit der Niederschrift der Sitzung auch eine Beschwerde eingegangen sei. Näheres gab die Jagdbehörde mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren nicht bekannt. Unbestätigten Angaben zufolge soll es um die angeblich fehlende Nichtöffentlichkeit bei der Jagdversammlung gehen, nachdem - so ist zu hören - wohl eine Trennwand im Gasthaus nicht geschlossen war. Damit wären die Beschlüsse möglicherweise ungültig, da sie nichtöffentlich gefasst werden müssen.
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