Gerüstet für alle Ernstfälle

Politik
Nabburg
15.06.2016
43
0

Die Feuerwehren in der Stadt sind gut ausgestattet. Dieses Fazit lässt sich aus dem erstellten Feuerwehrbedarfsplan ziehen. Der Verfasser regte aber auch an, in zwei neue Einsatzfahrzeuge zu investieren.

Bei einem Ingenieurbüro für innovatives Feuerwehrwesen in Lappersdorf hatte die Stadt einen Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben. Dessen Inhaber Alexander Diem präsentierte ihn nun in einer Stadtratssitzung. Seinen Ausführungen galt das Interesse des Großteils der rund 25 ins Rathaus gekommenen Zuhörer.

Nach vorab definierten Kriterien hatte Diem die vier Stadtfeuerwehren Nabburg, Brudersdorf, Diendorf und Neusath und deren Einsatzgebiete unter die Lupe genommen. Er stellte fest, dass die Löschwasserversorgung grundsätzlich ausreichend ist. In einigen Ortsteilen führe das marode Leitungsnetz allerdings dazu, dass es im Ernstfall zu Problemen kommen kann. Als Einsatzschwerpunkte betrachtete er die beiden Autobahnen A 6 und A 93.

Näher ging Diem auch auf die Hilfsfrist ein und untersuchte die Frage, inwieweit das Schutzziel, einen Einsatzort binnen zehn Minuten zu erreichen, von den vier Standorten aus erfüllt werden kann. Die Nabburger Wehr könne ihren Bereich mit Ausnahme von Haindorf abdecken, für Diendorf liegen nur Wölsenberg und Girnitz, für Neusath Tauchersdorf und Grubhof außerhalb. Brudersdorf könne gerade noch alles schaffen. Diem stellte fest: Die jeweiligen Häuser sind zeitgemäß und bedarfsgerecht ausgestattet. Die Fahrzeuge seien ausreichend, ebenso der Personalstand von 173 Aktiven.

Diem gab auch Handlungsempfehlungen. Er nannte da die Instandsetzung des Wassernetzes in den Ortsteilen und die Brandschutzunterweisung in jenen Ortsteilen, die außer der Zehn-Minuten-Reichweite liegen. Dieses Problem lasse sich möglicherweise auch dadurch in den Griff bekommen, dass ab 2017 Rauchmelder Pflicht sind. Außerdem sollten Gespräche mit Arbeitgebern wegen Freistellungen geführt werden.

Der Gutachter regte auch Investitionen in Fahrzeuge in Häuser an. Die Nabburger Wehr brauche bis 2020 Ersatz für ihr 25 Jahre altes Tanklöschfahrzeug, in Neusath sei das Problem noch drängender: Dort sei es so schnell als möglich nötig, ein TSF-W oder MLF als Ersatz zu beschaffen. Ein angedachter Anbau sei dort jedoch aus Sicht der Einsatzsicherung nicht erforderlich. Jedoch sollte geprüft werden, wie das Diendorfer Mannschaftsfahrzeug normgerecht untergebracht werden kann.

"Wir liegen grundsätzlich schon richtig", folgerte Bürgermeister Armin Schärtl aus dem Plan des Ingenieurs. Grundsätzlich gab der Stadtrat die Bereitschaft zu erkennen, sich mit den angeregten Fahrzeugkäufen zu befassen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Stadtrat Nabburg (46)Brandschutz Nabburg (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.