Nabburg: Nur so kann an beiden Standorten eine erste Klasse gebildet werden
Diendorf erhält ab Herbst Grundschüler aus Nabburg

Die Diendorfer Schule war 1994 mit Millionen-Aufwand saniert worden. Damals beherbergte sie noch sieben Klassen. Jetzt muss die erste Klasse schon mit Schülern aus Nabburg aufgefüllt werden. Sind die Tage der Ortsteil-Grundschule dadurch gezählt? Bild: Amann
Politik
Nabburg
06.05.2015
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Die Schülerzahl reicht nicht mehr aus, um im kommenden Schuljahr in Nabburg und Diendorf drei erste Klasse bilden zu können. In der Konsequenz müssen Kinder aus dem früheren Nabburger Schulsprengel per Bus in den östlichen Ortsteil befördert werden. Darüber unterrichtete Rektor Simon Weidner den Stadtrat.

Nabburg und Diendorf sind organisatorisch inzwischen eine Grundschuleinheit mit zwei Standorten. Die bisherigen Sprengel - westlich der Naab ist Nabburg, östlich der Naab ist Diendorf - gelten nicht mehr. Im Schuljahr 2015/16 kommen 35 Abc-Schützen aus dem Nabburger, 14 aus dem Diendorfer Bereich. Diese 49 Schulanfänger sind in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Sie reichen nur für zwei Klassen, denn pro Klasse gilt 28 als Höchststärke.

Kinder müssen "umgesprengelt" werden

Eine erste Klasse wird es demnach in Nabburg geben, eine weitere in Diendorf. Allerdings bekommt Diendorf dazu Verstärkung aus dem Nabburger Stadtgebiet. Mindestens sieben, bestenfalls sogar neun Kinder müssen laut Weidner "umgesprengelt" werden. Sieben sind es, um die Obergrenze in Nabburg einhalten zu können. Neun wären es, um einen Puffer für eventuell zu erwartende Asylbewerber zu schaffen.

Aufteilung ist Sache des Schulleiters

In einem ersten Vorschlag ging der Rektor davon aus, dass die neuen Erstklässler aus dem Bereich Jägerring/Regensburger Straße nach Diendorf sollten. Denn sie hätten zur Volksschule an der Kemnather Straße den weitesten Fußweg und könnten insofern vom Bustransfer nach Diendorf profitieren. Diese Regelung sei auch gut mit der Buslinie in Einklang zu bringen. Was die betroffenen Eltern dazu sagen, wisse man allerdings noch nicht. "Die Aufteilung ist Sache des Schulleiters", stellte Bürgermeister Armin Schärtl klar, dass die Kommune da keine Entscheidungsbefugnis besitze. Auf Nachfrage von Dritter Bürgermeisterin Heidi Eckl (ÖDP) ergänzte Weidner, dass die nun vorzunehmende Umgliederung für alle vier Grundschuljahre gelten werde.

Grundschüler am Standort Nabburg sollen zusammengefasst werden

Aufgrund der Situation, die sich in den nächsten Jahren ähnlich darstellen wird, regte Rektor Weidner jedoch an, die Grundschüler am Standort Nabburg zusammenzufassen. Das Diendorfer Schulhaus könne man dann ans sonderpädagogische Förderzentrum abgeben, das Raumbedarf besitzt. Der Kreis hat jetzt bereits vier Klassenzimmer in Nabburg angemietet; in Diendorf ist in zwei Räumen die SVE, die schulvorbereitende Einrichtung, untergebracht. Weidner sähe Vorteile: Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Lehrern sei an einem Standort besser. Und die Stadt könne die zu erzielenden Mieteinnahmen hernehmen, um die notwendige Renovierung der Nabburger Schulanlage zu finanzieren. CSU-Sprecher Hans-Georg Dobler erinnerte daran, dass er schon mehrfach vorgeschlagen hatte, der Stadtrat solle das Schulgebäude in Nabburg besichtigen.

"Wir sollten uns sehr bald orientieren, was wir mit der Diendorfer Schule vorhaben", meinte Altbürgermeister Josef Fischer (ABU). Man müsse so ehrlich sein und sagen: Wenn die Schülerzahlen nicht mehr reichen, werde man sich auf Dauer keine zwei Standorte leisten können.
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