Sanierung nicht mehr wirtschaftlich
Wache zieht ins Krankenhaus

"Wir hoffen natürlich auch, dass der Bahnübergang bald beseitigt wird." Zitat: Joachim Seeliger, stellvertretender Rettungsdienstleiter beim BRK Kreisverband
Politik
Nabburg
28.09.2016
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Zu klein, zu alt, unwirtschaftliche Sanierung: Die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes verlässt den Standort an der Perschener Straße. Auf die Sicherheit der Bürger wird das keine Auswirkungen haben, trotz eines bekannten Verkehrsproblems.

/Swandorf. (ch) Die Rettungswache soll im Gesundheits- und Betreuungszentrum im ehemaligen Kreiskrankenhaus Platz finden. Das teilte der stellvertretende Leiter Rettungsdienst beim Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes Schwandorf, Joachim Seeliger, am Dienstag dem Zweckverband Rettungswesen und Feuerwehralarmierung Amberg (ZRF) mit. Der ZRF-Verbandsrat tagte im Landratsamt. Das Gremium muss den Umzug genehmigen. "Die Rettungswache ist baulich nicht mehr in Ordnung," sagte Seeliger. Das Gebäude stamme in den Grundzügen aus dem Jahr 1975. Heizung und Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, Hochwasserschäden haben das Gebäude in Mitleidenschaft gezogen.

Keine Erweiterung möglich


Außerdem seien, so Seeliger, die Anforderungen an die Hygiene aus Platzgründen - nötig wäre eine Schleuse - kaum mehr einzuhalten. Ein Ausbau an Ort und Stelle sei wegen des Hochwassergebietes nicht möglich, hätten Gespräche mit der Stadtverwaltung und Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl ergeben.

Das BRK wolle deshalb in das ehemalige Krankenhaus umziehen, das der Kreisverband vor einiger Zeit gekauft hat. 300 Quadratmeter Fläche würden gebraucht, zwei Garagen-Stellplätze für Rettungs- und Krankenwagen müssten neu angebaut werden. Ein entsprechendes Gutachten des Innenministeriums habe ergeben, dass die Hilfsfristen auch vom neuen Standort aus eingehalten werden können. Hier kommt ein bekanntes Verkehrshindernis ins Spiel: Der Bahnübergang. Verbandsrat Josef Fischer hakte genau deshalb ein. Seiner Meinung nach wird die Anfahrtszeit zur Autobahn als Unfallschwerpunkt länger als bisher, besonders wegen des Übergangs. Seeliger entgegnete, dass sich der Einsatzschwerpunkt von der Autobahn wegverlagert habe, auch weil ein Teil der Einsätze von Schwandorf-Nord aus abgedeckt wird. "Aber es ist klar, für irgendwen wird es schlechter, für die anderen besser", sagte Seeliger, das wolle niemand beschönigen. Viele Einsatzfahrten führten zu den Seniorenheimen und zur Altstadt, auch nach Fensterbach und Schmidgaden.

"Immer falsche Seite"


"Wenn man im Einsatz warten muss, ist man immer auf der falschen Seite", sagte der stellvertretende Rettungsdienstleiter. "Wir hoffen natürlich auch, dass der Bahnübergang bald beseitigt wird", sagte Seeliger und sprach damit Fischer aus der Seele. Das Gremium billigte den Umzug einstimmig. Die genauen Planungen werden erneut mit dem ZRF abgesprochen. Der Verband ist für die Organisation des Rettungswesens in den Kreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach sowie der Stadt Amberg zuständig. Vorsitzender ist Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny, der die Sitzung im Landratsamt leitete.

Wir hoffen natürlich auch, dass der Bahnübergang bald beseitigt wird.Joachim Seeliger, stellvertretender Rettungsdienstleiter beim BRK Kreisverband
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