ÜPW-Stadtrat geht zur CSU

Stadtrat Dr. Helmut Ertl (60) geht von der ÜPW zur CSU. Bild: Tietz
Politik
Nabburg
19.12.2015
215
0

Stadtrat Dr. Helmut Ertl geht zur CSU. Nach nahezu 20 Jahren verlässt er die Überparteiliche Wahlgemeinschaft (ÜPW) und deren Fraktion. "Es war in wichtigen Themen für mich nur noch Politik mit angezogener Handbremse möglich", fasst der 60-Jährige seine Gründe zusammen.

Seine beiden ÜPW-Fraktionskollegen informierte Dr. Helmut Ertl am Montagabend. "Sie waren schon enttäuscht, aber wir haben uns in gutem Einvernehmen politisch getrennt", berichtet Dr. Helmut Ertl in einem Gespräch mit der NT-Redaktion. Tags darauf habe er seine Mitgliedschaft bei der örtlichen ÜPW und den Freien Wählern im Landkreis gekündigt, etwa zeitgleich seinen Eintritt in die CSU zum 1. Januar 2016 beantragt. Dort werde er mit offenen Armen aufgenommen.

Sein Stadtratsmandat, das er am 16. März 2014 mit 1715 Stimmen zum vierten Mal über die ÜPW-Liste geholt hatte, werde er behalten. Er habe damals die zweitmeisten Stimmen der ÜPW-Kandidaten gehabt, ohne ihn hätte die Wählervereinigung auch einen Sitz weniger bekommen, weiß er aus der Wahlanalyse. Er wird also im Gremium nur die Seiten wechseln: Saß er bisher aus der Sicht des Sitzungsleiters auf der linken Seite, so werde er sich ab dem Neuen Jahr auf der rechten Seite einordnen. Die CSU verfügt dann in Zukunft über acht Sitze im Stadtrat, die ÜPW nur noch über zwei.

Dr. Ertl sieht sich in seiner eigentlichen politischen Heimat angekommen. "Ich war in allen wesentlichen kommunalen Themen in der Sache schon lange einer Meinung mit der CSU", sagt der Allgemeinarzt mit Blick auf sein Abstimmungsverhalten. Das Handelszentrum sei schließlich nur noch der "letzte auslösende Faktor" gewesen.

Aber auch zum Beispiel beim Bahnübergang, beim Parken in der Altstadt (Tiefgarage) und bei der Erneuerung des Halsgrabenstegs vertrete er andere Positionen als die "Rest-ÜPW". Er könne ja durchaus Verständnis dafür aufbringen, dass Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann (ÜPW) sich da loyal zu Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) verhält, politisch kollidiere das aber durchaus mit der Position als ÜPW-Vorsitzender. "Ich wollte ihn in seiner Arbeit nicht beschädigen, deswegen konnte ich bei der ÜPW nur noch Politik mit angezogener Handbremse machen", erklärt Dr. Ertl: "Das war auf die Dauer kein Zustand".

"Bürgerlich-konservativ ist meine Haltung schon seit der Jugend": Diese Grundeinstellung habe er lange in einer überparteilichen Gemeinschaft vertreten, jetzt wolle er das in einer Partei tun und dort seine politischen Aktivitäten verstärken. In der ÜPW habe er dazu keine Chance gesehen - in der CSU, in der er sich seit Jahrzehnten geistig zuhause fühlt, sei das schon möglich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Handelszentrum (10)Dr. Helmut Ertl (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.