Vehement für Handelszentrum

Geleitet und moderiert wurde die Diskussionsveranstaltung zum Bürgerentscheid am 10. Januar und einem möglichen Handelszentrum an der Autobahn von den beiden CSU-Kommunalpolitikern Stefan Leitner und Hans-Georg Dobler sowie von den Sprechern der Interessengemeinschaft pro Handelszentrum, Pia Schottenheim, Stefan Schmid und Tobias Knechtel (von links). Bild: Dobler
Politik
Nabburg
31.12.2015
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Geleitet und moderiert wurde die Diskussionsveranstaltung zum Bürgerentscheid am 10. Januar und einem möglichen Handelszentrum an der Autobahn von den beiden CSU-Kommunalpolitikern Stefan Leitner und Hans-Georg Dobler sowie von den Sprechern der Interessengemeinschaft pro Handelszentrum, Pia Schottenheim, Stefan Schmid und Tobias Knechtel (von links). Bild: Dobler

Es war auch der Abend des Dr. Helmut Ertl. Der Stadtrat und Mediziner hielt bei der Veranstaltung zu den Vorteilen eines neuen Handelszentrums an der Autobahn aus dem Stegreif eine flammende Rede, in der er für ein "Ja" beim bevorstehenden Bürgerentscheid warb. Alles andere wäre seiner Meinung nach "eine riesengroße Dummheit".

Die Zusammenkunft in der Gaststätte "Stern" war bereits die zweite in dieser Woche, die sich mit dem kommunalpolitisch umstrittenen Thema "Handelszentrum" auseinandersetzte. Hatten am Montag die Gegner des Vorhabens über ihre Bedenken informiert (wir berichteten), so luden für den Dienstag die CSU und die Interessengemeinschaft pro Handelszentrum zur Diskussion. Wie am Abend zuvor fanden sich auch dazu rund 40 Interessierte ein, von denen einige das Wort ergriffen.

Einen kritischen Beitrag lieferte Rainer Appelt, der mit Blick auf einen Supermarkt als Teil eines künftigen Handelszentrums im Osten anmerkte: "Keiner weiß doch richtig, was dort hinkommen soll. Wer sagt denn, dass nicht Netto oder Rewe oder die Norma einfach dorthin umziehen werden?" Ihm hielt Stefan Schmid als Sprecher der Interessengemeinschaft pro Handelszentrum entgegen, dass ein "Vollsortimenter" kommen werde. "Edeka hat ein riesengroßes Interesse an der Sache", versicherte er und zeigte sich überzeugt, dass die zuständige Firma Admira Handels- und Gewerbebau GmbH mit Sitz in Bayreuth "uns nicht anschwindeln wird". Obwohl noch keine Namen ansiedlungswilliger Unternehmen genannt würden, "sind wir in Verhandlungen, auch wenn noch nichts spruchreif ist". Aber die Branchen seien vom Investor genannt worden, betonte Schmid: "Er will ein Schuhgeschäft rein machen, er will ein Bekleidungsgeschäft rein machen, das wir in Nabburg dringend nötig haben, und er will den Vollsortimenter."

"Edeka, Lidl, Aldi"


Hans-Georg Dobler, der Fraktionssprecher der CSU im Stadtrat, konterte Gerüchte, Netto werde am bisherigen Standort schließen: "Netto macht bestimmt nicht zu." Und auch Dr. Helmut Ertl meldete sich an dieser Stelle noch einmal zu Wort und warf die Unternehmensnamen "Edeka, Lidl, Aldi" als mögliche Interessenten für das Handelszentrum an der Autobahn in die Runde. Ertl, der künftig zur CSU-Stadtratsfraktion gehört, hatte sich vorher verwundert gezeigt, warum überhaupt so eine große Diskussion zu diesem Thema aufgeflammt sei. "Es geht um den Bürgerentscheid am 10. Januar", machte er deutlich, "es geht dabei um kein Kernkraftwerk, es geht um keine Wiederaufbereitungsanlage - es geht lediglich um ein Handelszentrum." Wegen der Auseinandersetzung darüber könne er eigentlich nur den Kopf schütteln. Mit dem Landesentwicklungsplan sei das Vorhaben seiner Ansicht nach jedenfalls konform. "Wo liegt das Problem in dieser Stadt Nabburg, das verstehe ich nicht? Denn auf einmal entwickelt sich eine mords Gegnerschaft."

"Da kommt nichts mehr rein"


Ertl wies darauf hin, dass der Discounter Diska an der Diepoldstraße geschlossen werde. "Um hier Klartext zu reden: Die Diska wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, und das auf jeden Fall; und da kommt auch nichts mehr rein - unabhängig davon, ob ein Handelszentrum entsteht." Es werde andererseits Jahre in Anspruch nehmen, die gegenüber liegenden "Danhauser-Wiesen" am Poststeig im Zusammenhang mit der neuen Ortsumgehung zu bebauen; ob dort einmal ein Lebensmittelmarkt entstehen werde, könne noch keiner versprechen - auf jeden Fall aber werde das, was in der Nähe des heutigen Diska einmal geplant sein könnte, nicht behindert werden von einem Handelszentrum im Osten. Wer sich hier dagegen stelle, "schafft eine Lose-lose-Situation, bei der alle verlieren und begeht eine riesengroße Dummheit".

Den Menschen, die in der Umgebung des Diska-Marktes leben, schrieb der Kommunalpolitiker ins Stammbuch: "Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen." Das Handelszentrum im Osten mache nichts kaputt, und es würden überdies Arbeitsplätze geschaffen. (Hintergrund)
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