Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe
Plan macht Purzelbaum

Politik
Nabburg
08.11.2016
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"Weitläufig, marode und anfällig" - recht vertrauenserweckend klingt das nicht, wie der Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe über sein Leitungsnetz spricht. Aber es kommt noch dicker.

"Dieses Leitungsnetz bleibt auch im Haushaltsjahr 2016 die größte Belastung für den Zweckverband", versicherte Geschäftsführer Hans Werner bei der Sitzung des Gremiums, das den entsprechenden Etat zu verabschieden hatte. Laut Werner trat bei zahlreichen Rohrbrüchen im letzten Jahr ein Wasserverlust von fast 18 000 Kubikmetern Wasser auf, also fast 18 Millionen Liter. Das bedeutet, dass nahezu ein Fünftel der eingekauften und gelieferten Wassermenge unkontrolliert im Untergrund versickerte. "Für heuer ist wieder mit ähnlich hohen Verlusten zu rechnen", prognostizierte der Geschäftsführer.

Werner wies auch darauf hin, dass nach den hohen Investitionen im Haushaltsjahr 2015 der Folgehaushalt 2016 als "Übergangsphase" zu sehen sei. Der Grund: Im Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe sollte heuer auf jeden Fall die Sanierung des Leitungsnetzes mit Nachdruck vorangetrieben werden. Aus dem Gebiet der Stadt Nabburg rückten daher vorab die Orte Ragenhof, Obersteinbach, Fraunberg und Windpaißing ins Blickfeld, aus dem Gebiet der Gemeinde Schmidgaden die Dörfer Inzendorf, Hohersdorf und Rottendorf. Gegen die verschickten Bescheide sind im Rathaus aber 63 Einwände von Haus- und Grundbesitzern eingegangen. Das blockierte die Maßnahmen.

In Zahlen drückte sich das so aus, dass der geplante Haushalt extrem zusammenschnurrte. Wollte man zunächst 1,3 Millionen Euro umsetzen, so bleibt es tatsächlich bei 0,4 Millionen - was einem Rückgang von 70 Prozent entspricht. Der Rückgang kam vor allem im Bereich der geplanten und nun nicht getätigte Ausgaben zum Tragen. Übrig geblieben sind Ausgaben von 4000 Euro für vereinzelte Erweiterungen des Rohrnetzes (Neubauten), 11 000 Euro für die Erneuerung der EDV der Steuerungsanlage im Hochbehälter Diepoltshof sowie 120 000 Euro, die unter der Überschrift "Leitungserneuerung zwischen Hohersdorf und Windpaissing, samt anteiliger Planungskosten" laufen. Die Schulden des Zweckverbands liegen zum bevorstehenden Jahresende bei 57 000 Euro.

"2017 ist wieder mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen zu rechnen", zeigte sich Werner zuversichtlich. Im Frühjahr 2017 sei auch die zweite Rate der Verbesserungsbeiträge für die Anlieger fällig, hieß es. Werner erinnerte daran, dass zur Verbesserung der Finanzsituation des Zweckverbandes seit diesem Jahr die Wassergebühren 1,85 Euro pro Kubikmeter betragen.

Am Ende hoben alle Räte die Hand für den vorgelegten Etatentwurf, der sich für 2016 auf 216 000 Euro für den Vermögenshaushalt und 167 000 Euro für den Vermögenshaushalt aufteilt.

2017 ist wieder mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen zu rechnen.Geschäftsführer Hans Werner vom Wasserzweckverband
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