Am Montag geht es wieder zum Brünnl
Osterritt: "Minni" übernimmt

Kaplan Christian Plank (links) ist auch beim Pfingstritt in Kötzting dabei. Er hält sich gut im Sattel. Doch vor dem Brünnlritt gab es doch noch einen Proberitt mit Josef Brunner. Bilder: Steinbacher (2)
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Nabburg
26.03.2016
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Einer ist beim Osterritt am Montag nicht mehr dabei: Moritz. Mit 32 Jahren ist der Wallach "ein betagter Mann" den Josef Brunner in Rente schickte. Etwa 25 Mal hat er die Nabburger Kapläne sicher zum Brünnl gebracht. Seinen Job übernimmt Werner Irlbachers Kaltblutstute "Minni".

Wie immer laufen bei Josef Brunner, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Nabburg, die Fäden für den Osterritt zusammen. Brunner ist mit 66 Jahren fast so alt wie die Tradition des Brünnl-Ritts, der in den Anfängen von der Landjugend Diendorf organisiert wurde. Seit 1991 hat der Reit- und Fahrverein diese Aufgabe übernommen.

Josef Brunner selbst ist der größte Fan dieser Traditionsveranstaltung. Hier mitzureiten war schon sein Kinderwunsch. "Mit dem Mofa bin ich als 17-Jähriger nachts um 3 Uhr nach Weiding bei Altfalter gefahren, um die Pferde für den Osterritt zu putzen." Und später, 1978, wurden Pferde beim Hausbau mit einem entsprechenden Stallgebäude einbezogen. Brunner und seine Ehefrau Petra haben ihre vierbeinigen Begleiter - zur Zeit Fred, Floh und Moritz - immer um sich. Vor Ostern werden die Einladungen für den Osterritt versandt. Je nach Wetter kommen so 70, 80 Reiter. Es war aber auch schon das Doppelte, wenn ein besonderer Anlass anstand. Die Zahl ist leicht rückläufig. Einfach deshalb, weil der Pferdebestand zurückgeht. Pferdehaltung ist nicht billig, meint Brunner mit Blick auf die Einstellkosten, Tierarztrechnungen, Hufschmied und Haftpflicht. Einige Ställe wurden in den letzten Jahren aufgelöst. Und manch junger Reiter, der nachts in der Disco war, kann für den Termin am Morgen nicht recht begeistert werden.

Eine Augenweide


Doch Brunner ist zufrieden, dass sich die Traditionsveranstaltung so gut behauptet. Dank Proberitt auf dem lammfrommen "Moritz" hielten sich die Geistlichen auf dem drei Kilometer langem Ritt stets wacker im Sattel. Für Kaplan Christian Blank ist das ganze kein Problem. Er hat schon Übung. Es ist dann jedes mal eine Augenweide, wenn der Tross am Ostermontag mit der Jugendblaskapelle voran durch die Natur zum Brünnl zieht und die herausgeputzten Pferde den Segen erhalten. Darauf legen die Reiter wert. "Denn früher war das Pferd wertvolle Arbeitskraft, heute Freizeitkamerad", meint Brunner. "So mancher Vater hat sich ein Pferd für die Tochter vom Mund abgespart". Den Segen gibt es gratis.
Mit dem Mofa bin ich als 17-Jähriger sogar nachts um 3 Uhr nach Weiding bei Altfalter gefahren, um die Pferde für den Osterritt zu putzen.Josef Brunner, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins


OsterrittReiter und Pferde stellen sich am Ostermontag um 8.45 Uhr an der Nabburger Volksschule auf. Um 9 Uhr ist Abritt nach Maria Brünnl, wo Kaplan Christian Blank den Gottesdienst feiert und die Pferde segnet. Danach geht es wieder gemeinsam zur Schule zurück. Wer Fragen hat, wendet sich an Josef Brunner, Telefon 09433/203678.
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