Aus den Alpen in den Landkreis

Der Wolf - hier ein Symbolbild -, der Ende Mai bei einem Autounfall bei Schwarzenfeld getötet worden war, stammt aus den südwestlichen Alpen. Das ergab eine Genanalyse im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Bild: dpa
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Nabburg
27.08.2016
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Nachdem Ende Mai ein Wolf bei einem Unfall bei Schwarzenfeld getötet worden war, stand vor allem eine Frage im Raum: Von woher kam der seltene Besucher in den Landkreis? Mittlerweile ist klar: Der Wolf hatte einen weiten Weg zurückgelegt.

Nabburg/Schwarzenfeld. Nach dem Unfall auf der Autobahn übernahm das Bayerische Landesamt für Umwelt mit Sitz in Augsburg die weitere Koordination. Um die Herkunft des seltenen Tieres zu klären, gab die Behörde Gutachten in Auftrag. Zwischenzeitlich liegen die Ergebnisse einer Genanalyse vor. Demnach handelte es sich bei dem überfahrenen Wolf um ein Männchen aus Populationen in den Südwest-Alpen, also aus Italien, Frankreich oder der Schweiz.

Wie eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt auf Nachfrage des NT schilderte, läuft derzeit noch ein Abgleich mit Datenbanken aus dem Alpenraum. Das Ziel: Es soll abgeklärt werden, ob der Wolf gegebenenfalls bereits schon früher einmal nachgewiesen wurde. "Wann diese Ergebnisse vorliegen, ist leider nicht absehbar", teilte die Sprecherin mit.

Generell legen Wölfe - vor allem junge Rüden - mitunter sehr weite Wege zurück, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Wie das Landesamt dazu auf seiner Homepage beschreibt, könnten einzelne Tiere aus dem Nordosten Deutschlands oder aus der Alpenregion jederzeit in den Freistaat kommen und die Region durchziehen. Ein mit einem Sender markierter Wolf habe beispielsweise binnen eines halben Jahres eine Distanz von rund 850 Kilometern Luftlinie zurückgelegt und sei von der Oberlausitz bis nach Weißrussland gelaufen.

Im südlichen Alpenraum leben derzeit laut des Bayerischen Landesamtes für Umwelt rund 40 Wolfsfamilien mit rund 200 bis 250 Tieren. "Von diesen Wolfsvorkommen wandern immer wieder einzelne Wölfe nach Norden und Osten in den Alpenbogen hinein", berichtet die Behörde dazu auf ihrer Homepage. Während es im Freistaat bis dato keine Erkenntnisse über sesshafte Tiere gibt, leben in ganz Deutschland - Stand 2015 - insgesamt 31 Rudel. Wie das Amt weiter mitteilt, sind die meisten davon in der Lausitz beheimatet. Außerdem gebe es Rudel in der sächsischen Schweiz, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie Niedersachsen. Paare und Einzeltiere seien in Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden.
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