Austauschschüler aus China und Tschechien berichten von ihren Erfahrungen
Wo der Leberkäse schmeckt

Yalun Zheng (Mitte) aus Peking und Katerina Brendova (rechts) sind als Austauschschüler am Gymnasium. Im Beisein von Gastmutter Kerstin Koller (links), Dr. Michaela Beha (Zweite von links) von der YFU und Schulleiter Franz-Xaver Huber schilderten sie ihre bisher gesammelten Erfahrungen. Bild: jua
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Nabburg
13.04.2016
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Über den Tellerrand hinaus schauen, eine andere Kultur kennenlernen, sich über deren Politik informieren und die Integration in der Gesellschaft erfahren: Dazu waren Yalun Zheng aus Peking und Katerina Brendova aus Pilsen bereit. Sie wohnen in deutschen Gastfamilien und besuchen derzeit das Johann-Andreas-Schmeller Gymnasium.

Katerina ist 16 Jahre alt und lebt seit September bei der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder in Wernberg-Köblitz. Vermittelt wurde die Schülerin durch die Organisation "Euregio Egrensis", die seit vielen Jahren ein Gastschulprogramm für tschechische Schüler anbietet. Die Gastschülerin kann bisher nur von guten Erfahrungen sprechen. Sie hatte sofort Anschluss in der Schule, spricht bisweilen schon sehr gut Deutsch und braucht nur noch selten ein Wörterbuch. "Am Anfang", erzählt sie, "war die Wohnsituation schon etwas ungewohnt. Zuhause war ich selten alleine, da meine Schwester und die Familie stets in meiner Nähe waren". Hier ist sie viel auf sich gestellt, was sie inzwischen für gut empfindet, da sie dadurch sehr selbstständig geworden ist.

An den Schulalltag hat sie sich ebenfalls schnell gewöhnt. In Tschechien ist der Unterricht länger, und es werden weniger Hausaufgaben mitgegeben. Da sie ein Stipendium erhalten hat, muss die 16-Jährige gewisse Schulaufgaben, welche im Normalfall im Austauschjahr nicht gefordert werden, als Nachweis mitschreiben. Gerne fuhr sie mit Marianne Schieder, die der Deutsch-Tschechischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag angehört, für vier Tage nach Berlin.

Der Heimatort der Schülerin ist ja nun nicht so sehr weit entfernt und deshalb kann sie in den Ferien nach Hause fahren. Diesen Vorteil hat Yalun nicht, was ihn aber nicht weiter stört. Der junge Mann aus Peking kam durch die gemeinnützige Schüleraustauschorganisation YFU nach Deutschland. Der 17-Jährige fühlt sich bei der Nabburger Familie Koller, die sehr zu seiner Freude eine Metzgerei besitzt, wie zu Hause. Anfangs konnte er zwar kein Wort Deutsch, somit musste man sich auf Englisch unterhalten. Mittlerweile versteht Yalun alles und kann sich auch mit Leuten auf Deutsch, ja sogar Bayerisch, austauschen.

"In China haben wir von morgens 7.30 bis abends 19 Uhr mit kurzen Pausen im Klassenzimmer Unterricht. Allerdings besteht unser Lehrplan nur aus sechs Fächern", berichtet er. Im Juli kommt die Mutter des Gastschülers aus China und macht mit ihrem Junior eine DeutschlandTour. Salzbrezen und Leberkäse schmecken ihm in der Oberpfalz am Besten. Da er gerne kocht, hat er seine Gastfamilie auch schon mit chinesischem Essen verwöhnt.

Beide Schüler verabschieden sich Ende August und werden dann sehr viele Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause nehmen.
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