Bemo wirft erste Gewinne ab

Für die Genossenschaft "Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz" zogen Armin Schärtl, Ernst Georg Bräutigam, Bernhard Werner und Arnold Kimmerl (von links) als Vorstände und Aufsichtsräte eine zufriedenstellende Bilanz 2015.
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Nabburg
20.06.2016
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Gute Nachrichten hatten die Verantwortlichen der Genossenschaft "Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz" parat: Das Unternehmen floriert, erstmals wird eine Dividende ausgeschüttet. "Wir halten Ausschau nach neuen Ideen und Projekten", sagte Vorstandsvorsitzender Armin Schärtl bei einer Pressekonferenz.

Das Gespräch im Nabburger Rathaus fasste die Ergebnisse der Generalversammlung der Genossenschaft "Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz", kurz Bemo, zusammen, die vor einigen Tagen in der Nordgauhalle über die Bühne ging. 54 Bemo-Mitglieder war dort vertreten.

Sie hörten dabei Erfreuliches. Die Bilanzsumme der Bemo beträgt drei Millionen Euro. "Wir haben drei Jahre lang Anlaufdefizite erwirtschaftet und sind jetzt in der Gewinnphase", fasste Schärtl die Entwicklung zusammen, die im Jahr 2015 dazu führte, dass ein Bilanzgewinn von fast 64 000 Euro erwirtschaftet wurde. Knapp 30 000 Euro gehen als Ausschüttung an die Genossenschafter, der Rest fließt in die Rücklage, "denn heuer wird es ein schlechtes Sonnenjahr werden".

Die letzte Aussage weist auf das für die Bemo wichtige Geschäftsfeld der Sonnenenergie hin. So ist die größte Anlage der Genossenschaft das Solarfeld bei Perschen an der Autobahn A 93, das im letzten Jahr 2,8 Millionen Kilowatt Strom produziert hat, was den Jahresbedarf von etwa 800 Haushalten - also nicht ganz die Hälfte der Nabburger Haushalte - decken würde. Bemo-Aufsichtsrat Bernhard Werner (Raiffeisenbank) informierte in diesem Zusammenhang, dass der Strom der Großanlage über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hinaus an die Eon vermarktet wird - was zum Beispiel im Mai einen Mehrertrag von 860 Euro ergeben habe; hochgerechnet wären das 6000 Euro mehr im Jahr via Direktvermarktung.

Drei Prozent Dividende


Schärtl erläuterte, dass die Bemo über 250 Mitglieder verfüge, die eine Million Euro als Genossenschaftsanteile eingelegt haben; ein Anteil ist 500 Euro wert. Er verzinst sich nach dem guten Jahr 2015 mit drei Prozent - was deutlich mehr ist, als wenn man das Geld auf ein Sparbuch legen würde. Entsprechend gut ist auch die Nachfrage nach Anteilen. "Aber wir nehmen derzeit kaum neue Mitglieder auf, bevor es nicht ein neues Projekt gibt", machte Bernhard Werner deutlich. "Wir suchen Kontakte zu Projekten", warf Schärtl seinerseits als Angelhaken aus. Doch ist für die Verantwortlichen klar, "dass unser Ziel nicht Beteiligungen sind, sondern wir möchten Anlagen selbst betreiben", wie es Bernhard Werner formulierte. Aufsichtsratvorsitzender Arnold Kimmel wies auf die Bandbreite des Engagements hin, das weit über die Solarenergie hinausgeht: "Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Nahwärme - wir müssen rentabel sein."
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