Bezirksversammlung der Bayerischen Jungbauernschaft
Landwirte auf politische Hilfen angewiesen

MdEP Albert Deß sprach in Nabburg vor den Jungbauern. Bild: hfz
Vermischtes
Nabburg
07.03.2016
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Die Jungbauern hoffen auf politische Hilfen. Wie sie aussehen könnten, skizzierte der CSU-Europaabgeordnete Albert Deß aus Neumarkt.

Bei der Bezirksversammlung der Bayerischen Jungbauernschaft begrüßte der Bezirksvorsitzende Markus Schickentanz zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste im Gasthaus "Stern". In seinem Grußwort stellte der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl Nabburg als zentralen Ort in der Oberpfalz mit langer landwirtschaftlicher Tradition dar. Er und Heidi Eckl als Dritte Bürgermeisterin wiesen auf die Bedeutung der Landwirtschaft im Landkreis Schwandorf hin.

Bereits zu Anfang der Mitgliederversammlung referierte Albert Deß, MdEP. Er zeigte seine vielfältige Aufgabe in der politischen Vertretung der Landwirte in Brüssel auf. Zur augenblicklichen Situation auf den Agrarmärkten seien greifbare Ad-hoc-Maßnahmen dringend notwendig, betonte Deß. Politik und Handel müssen Maßnahmen ergreifen, um die bestehenden Handelsbeziehungen zu verbessern. Das aktuelle russische Importverbot für Fleisch- und Milchprodukte aus Europa und die dramatische Situation im Milch- und Schweinesektor, wie auch im Obst- und Gemüsesektor zeigen deutlich, dass umgehend gehandelt werden muss. "Besonders wichtig sind die Beseitigung von tarifären und veterinärrechtlichen Hemmnissen und ungleichen Bestimmungen beim Pflanzen- und Tierschutz. Das betrifft auch den europäischen Binnenmarkt. Unverzichtbar ist es, neue Handelspartner zu gewinnen", meinte der Europaabgeordnete.

Gegen Interventionspreis


Kein Verständnis hat Deß für die Entscheidung des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers in Deutschland, die Konzentrationsmacht der Handelsketten weiter voranzutreiben. Die Fusion von Edeka und Kaisers Tengelmann sei ein Schritt in die falsche Richtung. Wichtig sei vor allem die Schaffung von wirksamen Instrumenten auf EU-Ebene zur Stützung der landwirtschaftlichen Tätigkeit in der EU. "Um den Landwirten in Krisen zu helfen, müssen wir auf Maßnahmen, wie Einkommensversicherungen, Steuererleichterungen und Darlehen für junge Landwirte zurückgreifen können", forderte Deß.

"Die Milchkrise zeigt deutlich, dass eine Ad-hoc-Intervention von Fall zu Fall kurzfristig erforderlich ist. Abgeschafft werden soll der feste Interventionspreis. Dieser schadet mehr als er nutzt", zeigte sich Albert Deß überzeugt. Der Abgeordnete begrüßte die Stellungnahme des Agrarausschusses zu unlauteren Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette. Die Mitgliedstaaten seien in der Pflicht, wirksame Maßnahmen gegen unlautere Handelspraktiken einzuleiten. Die Kommission ist aufgefordert, die einzelstaatlichen Bemühungen gegen Machtmissbrauch der Handelskonzerne zu unterstützen und einen soliden Rechtsrahmen auf der EU-Ebene festzulegen, forderte der Redner.

Gelungene Bälle


Bezirksvorsitzender Markus Schickentanz stellte die Maßnahmen, Fahrten und Seminare sowie die Teilnahme an überregionalen Aktionen und Veranstaltungen dar. Wie jeden Januar ist und bleibt Berlin ein attraktiver Anziehungspunkt für die landwirtschaftliche und ländliche Jugend aus ganz Deutschland. Es folgt im Jahresablauf der Kemnather Bauernball mit weit über 1000 Gästen und der Auftritt beim Ball der Landwirtschaft in der Nordgauhalle .

Der Auftritt der farbenprächtigen Jungbauernschafts-Volkstanzgruppe ist sensationell und nicht mehr weg zu denken. Man pflegt auch zum Oberpfälzer BBV ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis und stetig wachsen die Jungen in den Oberpfälzer Bauernverband hinein. Im dreijährigen Turnus traf man sich im Berichtsjahr in Irl bei Regensburg mit dem Hauptgeschäftsführer und den Präsidenten Franz Kustner und Gerhard Stadler, um die gemeinsame Ausrichtung im Sinne der Landwirtschaft weiter zu pflegen.
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