Brandopfer kehren zurück
Dank für großartige Spenden- und Hilfsbereitschaft

Bürgermeister Armin Schärtl, Anett Gronett von der IG "Erste Hilfe & Notfallrettung" (von links) sowie Feuerwehrvorsitzender Harald Herrle und Kommandant Andreas Ringlstetter (von rechts) haben die Spendenaktion angestoßen und gemanagt. Nicht nur ihnen, sondern allen Helfern gilt der Dank von Alexander, Marion und Sebastian Berbig. Bilder: Huber (2)
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Nabburg
01.04.2016
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Das Brandunglück vom Pfeifferweiher am 1. Dezember hat viele betroffen gemacht. Sie halfen mit Sach- und Geldspenden. Bürgermeister Armin Schärtl ist jetzt richtig stolz auf die Nabburger. Und Alexander, Marion und Sebastian Berbig sagen öffentlich Danke.

Die Familie, die bei dem Feuer - ausgelöst durch eine defekte Adventsbeleuchtung - ihre Tochter verloren hat, hielt sich bisher mit öffentlichen Auftritten zurück. Doch jetzt, nach Abschluss der Spendenaktion, ist es ihnen ein Anliegen, sich zu Wort zu melden. 65 107,09 Euro wurden auf das von der Stadt Nabburg eingerichtete und geführte Spendenkonto überwiesen.

Rückkehr an Ostern


Die Familie ist Ostern wieder in das frisch renovierte und möblierte Haus eingezogen. "Nur die Wände sind noch etwas kahl", sagt Alexander Berbig. Es fehlen halt noch ein paar Bilder. Kleinigkeiten im Vergleich zum Schicksalsschlag vom 1. Dezember, als Eltern und Bruder um Tochter bzw. Schwester trauerten und vor dem Nichts standen, ohne ein Dach über dem Kopf. "Es fehlte uns an praktisch allen Dingen des täglichen Lebens", heißt es in einem Dankesschreiben. Leicht sei ihnen die Rückkehr nicht gefallen, gibt der Familienvater zu, "aber es ist mein Elternhaus und deshalb wollte ich wieder rein."

Der sechsjährige Sebastian hat auch sein geliebtes Laufrad wieder. "Wir haben das gleiche besorgt, wie dasjenige, das dem Feuer zum Opfer gefallen ist", erzählt Anett Grohnert von der Interessengemeinschaft (IG) "Erste Hilfe & Notfallrettung". Das Geld dazu kam von den Ludwigsrittern aus Trausnitz, um nur eines von zig Beispielen zu nennen. Für 600 Euro Erlös aus dem Burgadvent wurden Spielsachen gekauft und verpackt, um Sebastian, der bei dem Unglück eine Rauchvergiftung erlitten hat, eine Freude zu machen.

Die Familie kam beim Opa in Poppenricht (Kreis Amberg-Sulzbach) unter. Sebastian wurde aber jeden Tag in den Kindergarten nach Nabburg gefahren und kommt im September in die Schule. Fünf Monate nach dem folgenschweren Brand wagt die Familie den Schritt in Richtung Normalität. "Die Arbeitsstelle hat mich auch wieder", so Alexander Berbig am Donnerstagnachmittag im Rathaus.

Dieser öffentliche Termin galt vor allem all den vielen Helfern und Unterstützern, denen die Familie nicht persönlich danken kann. Alexander Berbig sagte: "Marion, Sebastian und Alexander Berbig möchten sich bedanken, dass diese Spendenaktion ins Leben gerufen wurde und sind überwältigt von der Spenden- und Hilfsbereitschaft." Das sind auch Bürgermeister Armin Schärtl, Anett Grohnert, Feuerwehrvorsitzender Harald Herrle und Kommandant Andreas Ringlstetter.

"Spitzenklasse"


Während im Rathaus das Geld verwaltet wurde, kümmerten sich Helfer der IG um die praktischen Dinge. Sie wählten mit der Familie aus, was gebraucht wurde, oder lagerten Möbel ein bis sie gebraucht wurden. Und die Feuerwehr ging ihrem ehemaligen Aktiven und Vereinsmitglied zur Hand, zum Beispiel beim Entrümpeln, oder sorgte dafür, dass die Kleidung kostenlos gereinigt wurde. Der Kommentar Ringlstetters zur Solidarität mit der leidgeprüften Familien lautet nur: "Spitzenklasse".

Die Liste der Spender ist lang, ewig lang, deshalb erhalten nur alle Großspender - Schärtl zufolge ab einem vierstelligen Betrag - einen Dankesbrief, in dem es unter anderem heißt: "Wenn uns auch der Schmerz über den Verlust unserer geliebten Tochter nicht genommen werden kann, so haben Sie durch Ihre Hilfe doch außerordentlich dazu beigetragen uns einen Neuanfang zu ermöglichen."

Nach Schärtls Worten haben 700 Privatpersonen, 40 Vereine und 26 Firmen, Banken und Organisationen dazu beigetragen, "das traute Heim wieder so herzustellen, wie es vor dem 1. Dezember war". Schärtl blättert durch die Auszüge des Spendenkontos. "Manche wollten anonym bleiben", erläutert er. Es hätten nicht nur Menschen aus Nabburg geholfen. Aus Pfreimd kam Geld oder aus dem Amberger Raum. Von 15 bis 8000 Euro sei alles dabei, fasst Schärtl zusammen. Dieser Höchstbetrag stammt von der Aktion "Adventslicht für bedürftige Menschen". Über 4000 Euro übergab Stadtpfarrer Hannes Lorenz nach der Sonntagskollekte.
Es war ein schwerer Schritt, aber es ist mein Elternhaus und deshalb wollte ich wieder rein.Alexander Berbig
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