Demenz-Kranke brauchen Wärme

Demenz und der Umgang damit: Der Krankenpflegeverein ließ sich im BRK-Gesundheitszentrum darüber von Pflegedienstleiterin Angelika Tichay informieren. Bild: bph
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Nabburg
25.11.2016
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"Pflege, die von Herzen kommt" hat sich das Gesundheits- und Betreuungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes auf die Fahnen geschrieben. Dem behüteten Bereich für Demenzerkrankte im ehemaligen Kreiskrankenhaus stattete der Krankenpflegeverein einen Informationsbesuch ab.

"Das hier ist eine ganz andere Welt", schickte Pflegedienstleiterin Angelika Tichay voraus, ehe sie auf den Begriff "Demenz" näher einging. Demenz sei eine allgemeine Bezeichnung für eine Minderung der geistigen Fähigkeiten, die schwerwiegend genug sei, um das tägliche Leben zu beeinträchtigen. Gedächtnisverlust nannte sie als ein Beispiel. Demenz werde oft fälschlicherweise als "Senilität" oder "senile Demenz" bezeichnet, was den früher weit verbreiteten, falschen Glauben widerspiegelt, dass geistiger Verfall eine normale Folge der Alterung sei.

Menschen mit Demenz können Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis haben, den Überblick über Handtasche oder Brieftasche zu behalten, beim Bezahlen von Rechnungen, bei der Planung und Vorbereitung von Speisen, bei der Erinnerung an Termine oder beim Verlassen der gewohnten Umgebung. "Viele Demenzen sind fortschreitend mit einem langsamen Beginn und einer kontinuierlichen Verschlechterung", erklärte sie.

"Verwenden Sie Blicke, Gesten und Berührungen, gemeinsames Singen oder Spazierengehen als Mittel des Kontaktes, besonders wenn die sprachliche Verständigung immer schwieriger wird. So werden Ihnen die meisten Demenzpatienten zum Beispiel das Streicheln der Hände mit einem Lächeln danken." Konflikte, so Angelika Tichay, sollten durch Ablenkung oder Zuwendung gelöst, nutzlose Wortgefechte vermieden werden. "Reagieren Sie gelassen auf Ängstlichkeit und Hinterherlaufen, aber auch auf Aggressivität." Diese Verhaltensweisen entstünden aus der Ratlosigkeit und Verunsicherung des Betroffenen, seien keine bewusste Schikane und oft nur von kurzer Dauer, so Tichay, welche seit neun Jahren in diesem Bereich der Pflege arbeitet.

Ein gut gemeinter Rat lautete zum Schluss: "Vergessen Sie bei der berechtigten Sorge für den Betroffenen nicht sich selbst. Sie müssen mit den eigenen Kräften haushalten." Niemand handle selbstsüchtig, wenn er sich Erholungspausen verschaffe, um eigenen Interessen nachzugehen. Es sei auch kein Eingeständnis eigener Unzulänglichkeit, wenn Hilfe von außen geholt werde. "Suchen Sie auch das Gespräch mit Menschen, die in derselben Lage sind wie Sie. Dieser Erfahrungsaustausch gibt Ihnen wertvolle Anregungen und stärkt ihre Zuversicht."

Beim Gang durch den behüteten Bereich konnten die Besucher warme freundliche Farbtöne und dementsprechende Beleuchtung erleben, welche eine Atmosphäre des Wohlbefindens schaffen. Großformatige farbenfrohe Bilder sowie Beschriftungen wie "Marktplatz" oder Wiesenweg" an den Wänden der breiten Flure ermöglichen es unruhigen Bewohnern, sich beschützt und frei zu bewegen.
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