Ein Schicksal, das bewegt
Nach Brandkatastrophe: Überwältigende Spendenbereitschaft

Kommandant Andreas Ringlstetter (links), Anett Grohnert (Mitte) und Michael Zimmerer (rechts) sind bei der Spendenaktion der Stadt im Boot. Gestern kam noch ein Scheck hinzu. Dr. Renate Freuding-Spindtler überreichte Bürgermeister Armin Schärtl 8000 Euro. Bild: Völkl
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Nabburg
16.12.2015
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"Einfach überwältigend", umschreibt Bürgermeister Armin Schärtl die Welle der Hilfsbereitschaft für die Familie, die bei einem Wohnungsbrand am 1. Dezember ihre kleine Tochter verlor. Das Haus ist unbewohnbar. Eine umgehend gestartete Spendenaktion erbrachte bisher über 50 000 Euro. Und die Hilfe geht weiter.

"Das Schicksal der leidgeprüften Familie bewegt die Nabburger nach wie vor sehr", so Bürgermeister Armin Schärtl, der gestern im Rathaus eine Zwischenbilanz zog. In der Verwaltung laufen die Fäden für die Spendenaktion zusammen, die Stadt, Feuerwehr und die "Interessengemeinschaft für Erste Hilfe und Notfallrettung" ins Leben riefen. Das ist jetzt zwei Wochen her. Die Familie wohnt derzeit bei den Großeltern in Amberg, um etwas zur Ruhe zu kommen. In Nabburg und Umgebung löste der Spendenaufruf eine überwältigende Hilfs- und Spendenbereitschaft aus. Die oft gestellte Frage, ob nicht die Versicherung komplett für den entstandenen materiellen Schaden der Familie aufkommt, verneint Schärtl. "Dem ist nicht so. Die Versicherung deckt die Schäden bei weitem nicht ab".

Der Spendenaufruf war keine zehn Minuten im Internet abgesetzt, da kam schon der erste Anruf, warum das Konto noch nicht aktiviert sei, umschreibt der Bürgermeister die spontan anrollende Welle der Hilfsbereitschaft. Bisher sind bei der Stadt 37 628 Euro eingegangen, Hinzu kommen 4000 Euro aus der von Stadtpfarrer Hannes Lorenz veranlassten Sonntagskollekte und 1000 Euro vom Frauenbund. Lang ist die Liste der Vereine und Firmen, die Geld überwiesen haben. Da sammelte beispielsweise die Landsmannschaft Nabburg in München, kam Geld von den Sportanglern, dem FC-Bayern-Fanclub, den Feuerwehren und Unternehmen, berichtet Schärtl mit einem Blick auf die Liste. Auch in Firmen-Belegschaften wurde gesammelt. Aktuell kamen gestern 8000 Euro dazu: von Dr. Renate Freuding-Spindtler, der Vorsitzenden der Aktion "Adventslicht für bedürftige Menschen". Vereine und Firmen haben telefonisch angekündigt, bei den Weihnachtsfeiern zu sammeln.

Mobiliar und Spielzeug


Die Stadt hat zwei Hilfsorganisationen im Boot: Für das Handling ist die IG für Erste Hilfe und Notfallrettung zuständig. Anett Grohnert und Michael Zimmerer lassen sich Bilder von möglichen Sachspenden schicken, über die im Bürgermeistervorzimmer eine Liste geführt wird. Die beiden wählen mit der Familie aus, was gebraucht wird, bauen ab, lagern ein - beispielsweise in Schwarzenfeld mit Hilfe des Technischen Hilfswerks eine Küche. Ein Schwandorfer Möbelhaus hat eine Couch-Garnitur zugesagt. "Esszimmer und Wohnzimmerwand fehlen noch", so Grohnert. Inzwischen liegt die Zusage einer Firma vor, die sämtliche Installationsarbeiten kostenlos erledigt. Auch Badmöbel werden spendiert. 600 Euro wurden beim "Weihnachtszauber" von den Trausnitzer Ludwigsrittern gesammelt. Damit wurde dem sechsjährigen Sohn der Familie sein Spielzeug, das beim Brand zerstört wurde, nahezu eins zu eins ersetzt, erzählt Michael Zimmerer.

Auch für Andreas Ringlstetter, Kommandant der Nabburger Feuerwehr, ist es selbstverständlich zu helfen. Der Brandleider ist aktives Mitglied. Die komplette Kleidung der Familie wurde von der Firma, die die Einsatzkleidung wäscht, kostenlos gereinigt. "Und wir werden auch bei den kommenden Arbeiten helfen", so der Kommandant.

SpendenkontoDie Spendenaktion läuft bis Ende Februar weiter. Unter dem Kennwort Wohnungsbrand "Am Pfeifferweiher" können Spenden an die Stadt Nabburg überwiesen werden: IBAN: DE41 7505 1040 0031 3849 36; BIC: BYLADEM1SAD bei der Sparkasse.
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