Eine Steigerung wie noch nie

Radeln, wandern, am See relaxen - das schätzen Erholungssuchende. Die Übernachtungszahlen sind im letzten Quartal um 12,8 Prozent gestiegen.
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Nabburg
01.07.2016
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So sieht die neue ziel- und routenorientierte Beschilderung des Radwegenetzes aus. Mitte Juli wird im Landkreis mit dem Aufstellen begonnen.

Seit Alexandra Beier Leiterin des Tourismuszentrums ist - immerhin zehn Jahre - hatte sie noch nie solche Zuwachszahlen bei den Übernachtungen im Landkreis. Das Plus von 6,9 Prozent zum Jahresende 2015 wurde nun noch von einer zweistelligen Zahl getoppt.

Nabburg/Schwandorf. Vor Alexandra Beier liegt ein Stapel von Prospekten. Das Tourismuszentrum legt sich mächtig ins Zeug, um Erholungssuchenden den Landkreis von seiner besten Seite zu präsentieren. Tourismus ist ein hartes Geschäft. In den letzten Jahren verzeichnete man leichte Anstiege bei den Ankünften.

Doch diesmal gab es ein Plus von 6,9 Prozent zum Ende letzten Jahres (von 333 287 auf 356 344 Übernachtungen). Und bei dieser Zahl hat man noch zugelegt. In der neuesten Statistik für den Zeitraum November 2015 bis April 2016 liegt die Steigerung der gewerblichen Übernachtungen bei satten 12,8 Prozent (113 309 auf 127 812 Übernachtungen).

Für Alexandra Beier ein Beleg dafür, dass das Tourismuszentrum "in der Werbung richtig liegt und sich die Gastgeber bemühen, ihr Angebot auszubauen". Wo die junge Generation weitermacht, "funktioniert das auch". Ein Bad mit grünen Fliesen aus den 70ern kann nicht mehr angeboten werden. Hochwertiges Mobiliar gehört zum Standard. "Wo sich was bewegt hat", seien die Gastgeber auch zufrieden mit den Buchungen. "Die Vermieter sagen mir, dass sie bis November ganz gut gebucht sind", so Beier.

Angst vor Anschlägen


Bei den Gästen ist ein Umdenken zu beobachten: Auf Messen registrierte Beier, dass die Urlauber heuer vermehrt in Deutschland bleiben. Man hat Angst vor Terroranschlägen, reist nicht gerne in Krisengebiete. Die günstigen Sommerurlaubsländer Türkei und Ägypten verzeichnen massive Einbrüche. Viel Sonne für wenig Geld: Die möglichen "nahen" Urlaubsländer reduzieren sich. Und die Alternativen Spanien und Portugal sind teuer geworden. Da merken laut Beier viele, "dass sie ja auch etliche Ecken in Deutschland noch nicht kennen". Eines dürfe man bei den gestiegenen Übernachtungszahlen nicht verkennen: Hier spielen nicht nur Urlauber, sondern auch Geschäftsreisende und Monteure eine Rolle. Durch die gute wirtschaftliche Lage sei auch hier der Anteil an Übernachtungen gestiegen.

Die Erholungssuchenden kommen aus Baden-Württemberg, dem Raum Stuttgart, Hessen, Thüringen und Sachsen, traditionell auch aus dem Ruhrgebiet. Die Urlauber bleiben meist eine Woche oder ein verlängertes Wochenende. Sie radeln und wandern gerne, machen Urlaub auf dem Bauernhof, buchen Reiterhöfe im Raum Neunburg, angeln an der Naabachse, campen im Oberpfälzer Seenland und machen Wellness.

Neue Radwegeschilder


Radeln ist ein Top-Thema: Im Landkreis werden die alten Wegweiser bald der Vergangenheit angehören. Sukzessive werden die Schilder bayernweit ausgewechselt und damit Fern- und Nahziele transparenter dargestellt. Im Landkreis Schwandorf wird Mitte Juli damit begonnen: 400 Kilometer Radwegenetz wird neu und einheitlich beschildert. Hunderte von Schilderbäumen und 2000 Zwischenwegweiser werden bis Dezember montiert. Das Ganze kostet 200 000 Euro und wird zu 60 Prozent durch ein europäisches Leader-Programm gefördert.

Im nächsten Jahr nehmen die Beschäftigten im Tourismuszentrum dann eine neue Radwanderkarte in Angriff. Ganz neu ist heuer das Freizeitmagazin, auch für Einheimische ein guter Tipp-Geber. "Mancher wundert sich, was es bei uns alles gibt." Gerne zugegriffen wird auch auf das Wandermagazin und den "Burgensommer". "Wir müssen die Ursprünglichkeit unserer Landschaft mit Aktivitäten kombinieren", fasst Beier zusammen. Der am Steinberger See geplante Erlebnispark mit einer gigantischen begehbaren Kugel könnte nach Ansicht Beiers ein neuer Hotspot werden, um die Region besser ins Blickfeld zu rücken.

Erholungssuchende bleiben heuer verstärkt in Deutschland.Alexandra Beier, Leiterin des Tourismuszentrums
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