Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan
Vorlage gilt für SPD nicht als der Weisheit letzter Schluss

Die Bundesstraße B 85 könnte zwischen Schwandorf und der Autobahn A 6 einen mehrspurigen Ausbau gut brauchen, waren sich die Sozialdemokraten aus der Region sicher. Bilder: Steinbacher (2)
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Nabburg
23.03.2016
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Auf Schwachpunkte des Entwurfs für den Bundesverkehrswegeplan wiesen bei einer Konferenz in Nabburg führende Sozialdemokraten aus der Region hin. Als Experten waren dazu Spitzenbeamte aus der Straßenbauverwaltung eingeladen sowie die verkehrspolitische Sprecherin der Landesgruppe Bayern in der SPD-Bundestagsfraktion, Rita Hagl-Kehl. Sie forderte dazu auf, die nächsten Wochen für fachliche Einwände zu nutzen.

Mit dem Ergebnis ihrer Zusammenkunft wollten sich die Parlamentarier und Bürgermeister auch deutlich von der CSU absetzen. "Jetzt soll man nichts schönreden, sondern auf das weitere Verfahren Einfluss nehmen", schoss Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (Weiden) gegen die Christsozialen. Für Grötsch und seine genossen war klar: "Wir hätten uns mehr erwartet."

Lückenschluss nötig


Wo es fehlt, darauf hatte vorab MdB Marianne Schieder (Wernberg-Köblitz) hingewiesen: Sie sprach davon, dass man keine Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Hof und Regensburg in den Plan aufnehmen dürfe "ohne eine Sekunde später vom Lärmschutz für die Anwohner zu sprechen". Die Bürgerinitiativen könnten nicht einsehen, "dass wir nicht sagen können, ob es Lärmschutz gibt, aber das ist eine Frage des Planfeststellungsverfahrens". Nachbohren müsse man beim Thema "Metropolenbahn", die die Fahrt nach Prag deutlich verkürzen würde. "Das hat keine besondere Berücksichtigung gefunden", bedauerte sie.

Aber es sind nicht nur Bahnthemen, die die SPD-Mandatsträger und Kommunalpolitiker umtreiben. Genauso nahe liegt ihnen die Verbesserung des Straßenverkehrs. Gerade bei den drei Bundesstraßen im Raum Cham gehe zu wenig voran. So werde es laut Bundesverkehrswegeplan-Entwurf keinen Lückenschluss der B 85 bei Altenkreith geben und auch für die B 20 bei Treitsching müsse mehr getan werden. "Das ist ein Wahnsinns-Lkw-Verkehr dort", wusste Schieder.

Zu Sprache kam auch eine Notwendigkeit für die B 85 zwischen der Autobahnabfahrt Amberg-Ost der A 6 und Schwandorf. Dieser Streckenabschnitt müsste ebenfalls leistungsfähiger sein, hieß es. Henner Wasmuth vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach wollte nicht ausschließen, "dass dieses baureife Projekt aus anderen Töpfen bezahlt werden kann".

Bürgermeister Karl Bley (Nittenau) lenkte den Blick auf eine weitere Bundesstraße: "Die B 16 neu ist gar nicht erwähnt, obwohl der Ausbau dort stetig zunimmt und ein Ausbau forciert werden müsste." Dass ein Teilabschnitt der B 16 bei Regensburg "vierstreifig" wird, wie es Alexander Bonfig vom Staatlichen Bauamt Regensburg ausdrückte, galt noch nicht als ausreichend.

Für Rita Hagl-Kehl (Deggendorf) war es wichtig, auf die besondere Öffentlichkeitsbeteiligung hinzuweisen, die noch die nächsten fünf Wochen möglich ist. "Das Ministerium will jede Eingabe bearbeiten", informierte sie, "aber es müssen fachliche Einwände sein". Los werden könne man seine Anregungen zum Beispiel via Internet - unter "BVWP 2030".
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