Festtag in natürlicher Idylle

Der Platz vor der Brünnl-Kirche war am Feiertag Mariä Himmelfahrt der Treffpunkt für viele Gläubige aus der Region. Bild: bph
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Nabburg
18.08.2016
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Der Platz vor der Brünnl-Kirche war am Feiertag Mariä Himmelfahrt der Treffpunkt für viele Gläubige aus der Region. Bild: bph

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel zieht nach wie vor eine große Schar Gläubiger magisch an. Das "Osterereignis" mitten im Sommer ist das Bekenntnis, dass Gottes Verheißung des neuen und ewigen Lebens sich an den Menschen erfüllt - zuerst an Maria.

Die Wallfahrtskirche "Maria Brünnl" - ein Nabburger Kleinod - übt vor allem an ihrem Patroziniumsfest am 15. August eine besondere Anziehungskraft auf die Gläubigen der Pfarrei und umliegender Orte aus. Das Waldkirchlein auf dem Haberstrohberg wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts vor allem aus Opfergeldern der acht Jahre älteren Brünnlkapelle an seinem Fuße errichtet.

Mit viel Weihwasser


Viele Kirchenbesucher pilgern am Montag auf dem beschaulichen Mineralienweg des Naturparks Oberpfälzer Wald entlang der Alten Naab zu diesem Kirchlein und halten bei der Brünnlquelle kurz inne - ihr wird eine vorbeugende und heilende Wirkung zugeschrieben - , fangen mit der hohlen Hand das klare Quellwasser auf und benetzen damit ihre Augen. Auf rund 60 aus Stein gehauenen Stufen führt der Weg steil nach oben zur Waldlichtung mit dem Gotteshaus im Mittelpunkt. Auf dem Vorplatz gegenüber dem Portal mit der Inschrift "Ave Maria" zeigt ein wuchtiges Holzkreuz mit Korpus und Maria zu Füßen gegen Osten. Der von Laubbäumen umsäumte Ort lädt zur Feier des Gottesdienstes ein. "Haben Sie sich nicht auch schon mal mit der Frage befasst, was es denn bedeutet, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist?", stellt Kaplan Christan Blank an den Anfang seiner Predigt. Selbst gläubige Katholiken kämen da ins Zweifeln, wie das denn gehen kann, dass ein menschlicher Leib in den Himmel kommen kann.

In der lateinischen Sprache gebe es laut Blank zwei unterschiedliche Wörter, welche die beiden Feste unterschieden: Christi Himmelfahrt wird als "ascensio" (Aufstieg) beschrieben, während es bei Maria "assumptio" (Aufnahme) heißt. "Damit bekennt die Kirche, dass Christus als Herr, als Sohn Gottes, aus eigener Kraft in Gottes Herrlichkeit heimgekehrt ist, während Maria aufgenommen wurde." Wie üblich wurden bei den zwei Gottesdiensten am Brünnl auch Kräuterbuschen gesegnet. Mitglieder des Frauenbundes hatten sie gefertigt und angeboten. Bei der Segnung setzte der Geistliche reichlich Weihwasser ein. "Heute gebe ich nochmals alles und der Mesner möchte außerdem keinen Tropfen mehr mit zurücknehmen", so seine Einlassung. Er teilte noch mit, dass dies sein letzter Gottesdienst vor der offiziellen Verabschiedung sei.

Früher wurden die Kräuter-Bündel nach dem Gottesdienst von gläubigen Menschen in ihren Häusern an der Wand oder über der Tür aufgehängt. Der Mischung der Kräuter wurde nachgesagt, sie könne allerlei Positives bewirken. Sie sollte nicht nur vor Krankheit und Unheil schützen, sondern darüber hinaus auch kranke Tiere heilen. Bei starkem Gewitter streuten die Menschen die Kräutermischung in ein offenes Feuer im Kamin, um sich vor Blitzeinschlägen zu schützen. Auf die Särge von Toten legten die Hinterbliebenen Kreuze, die sie aus geweihten Kräutern zusammensteckten.

Würstl und Musik


Der Platz vor dem Brünnl war von Männerverein, Feuerwehr und Bauhof hergerichtet und mit Fahnen markiert worden. Zudem gab es wie in all den Jahren zuvor die musikalische Gestaltung der beiden Gottesdienste durch die Jugendblaskapelle unter der Regie von Dirigent Markus Ferstl. Die Formation spielte zur anschließenden weltlichen Feier bei Bratwürsten und Getränken, verkauft von der Kolpingfamilie.
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