Freilandmuseum erhält ein Austragshäusl
Wiederaufbau des Köstlerwenzlhauses

Vermischtes
Nabburg
30.04.2016
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Kaum zu glauben, dass die Balken schon deutlich über 200 Jahre alt sind. Sie haben Wind und Wetter getrotzt, den Umzug ins Freilandmuseum mitgemacht und treten bald, im Verbund mit Jungspunden, wieder in Erscheinung.

-Neusath. Nach Schupfen und Stadel komplettiert das Freilandmuseum Neusath-Perschen mit dem Ausnahmshäusl den Köstlerwenzlhof und stellt nach längerer Zeit - Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer spricht von etwa 15 Jahren - wieder ein denkmalgeschütztes Haus auf. Der betonierte Unterbau, in dem auch Technik untergebracht ist, wartet auf ein Obdach. Im Mai soll es nach den Worten von Bauhofleiter Konrad Uschold weitergehen.

Eingepackt, und wenn nötig detailliert beschriftet, wurde in Neualbenreuth alles, was zum Köstlerwenzlhof gehörte. Seit etwa 2003 lagert das in seine Einzelteile zerlegte Gebäude auf dem Museumsgelände. Als erstes werden die Bruchsteine wieder verbaut, denn im Erdgeschoss des Hauses mit Remise war auch ein Schweinestall untergebracht. Das Fachwerk begann im ersten Stock. Besonders stolz ist Angerer auf das massive Tonnengewölbe mit vier Stichkappen. "Das haben wir noch nicht im Museum."

Den Winter über wurden aber die Hände nicht in den Schoß gelegt, sondern es wurde in der Handwerkerhalle gewerkelt. Dort wird die Balkenlage vorbereitet. Soweit noch tauglich, werden die alten Balken, vor allem an den sichtbaren Teilen, wieder eingebaut, erklärt Uschold. Besonders deren Charakter soll erhalten bleiben. Angerer und Uschold weisen fast mit Ehrfurcht auf die Schönheit und Patina des alten Holzes hin, zeigen Stellen, wo das Fachwerk einst verputzt worden war.

Dieses "Verbandeln" von Alt und Neu verlangt handwerkliches Geschick. Die neuen Teile werden bewusst nicht auf alt getrimmt. Wenn moderne Maschinen an ihre Grenzen stoßen, greifen die Zimmerer zu historischem Werkzeug wie Löffel- und Schneckenbohrer oder ersetzen die Fräse durch ein Schnitzmesser. "Wir wollen zeigen, wie schön diese Häuser sind", bricht Angerer eine Lanze dafür, das "alte Glump" nicht vorschnell abzureißen. (Hintergrund)
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