Freilandmuseum Neusath
Dreschen wie in früheren Zeiten

Die Museumsmitarbeiter zeigten den Umgang mit Getreide, so wie er früher auf den Höfen usus war. Die Besucher durften es ausprobieren und merkten schnell, dass zur Ernte auch viel Geschick gehörte. Bilder: ral (2)
Vermischtes
Nabburg
28.09.2016
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Vom Feld zur Dreschmaschine: Der Transport erfolgte per Pferdefuhrwerk.

Nachdem die Erntearbeiten im Freilandmuseum abgeschlossen sind, galt es am Sonntagnachmittag, das Getreide zu dreschen. Dabei wurde den Besuchern gezeigt, wie das vor Einführung der Mähdrescher vonstatten ging.

-Neusath. Mehr als 1000 Besucher kamen am Sonntag ins Freilandmuseum nach Neusath. Der Tag stand ganz im Zeichen des Dreschens. Dabei bekamen die Besucher die Techniken zu sehen, mit denen das Getreide noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg gedroschen wurde. Es war förmlich ein Ausflug in eine andere Zeit.

Viele Besucher kennen nur die Ernte des Getreides mit hochmodernen Mähdreschern, die über die Felder fahren, die Halme abschneiden und gleich dreschen - alles in einem Vorgang. Viele Ältere können sich jedoch noch gut erinnern, wir das früher gewesen ist. Bauhofleiter Konrad Uschold war mehr als zufrieden mit dem Besuch am Sonntagnachmittag. "Dies tut schon gut, nachdem die letzten beiden Veranstaltungen der schlechten Witterung zum Opfer gefallen sind", meinte er.

Im Stadel des Waldlerdorfes konnten sich die Besucher daran versuchen, mit dem Dreschflegel zu dreschen. Eine nicht gerade leichte Angelegenheit, wie schnell zu bemerken war. Die Drescher mussten im Takt auf das auf dem Boden ausgebreitete Stroh einschlagen, dabei durften sie sich freilich nicht gegenseitig verletzen. Da konnten die Besucher sehen, dass es nicht leicht war in früheren Jahren, das Korn von der Ähre zu trennen. Mit der Windmühle wurde das gedroschene Getreide vom Dreck und der Spreu befreit. Dabei wurde das Gemenge aus Getreide und Spreu in einen Trichter gefüllt. Durch Drehen wurde Wind erzeugt und die Spreu verblasen, das gereinigte Getreide fiel zu Boden.

Viele Bänder binden


Georg Selch zeigte den Besuchern wie Strohbänder gebunden werden. Diese Bänder waren sehr wichtig, denn wenn das Stroh mit Sense und Wachel abgeschnitten war, musste es in Bündel gebunden werden, um so auf das Fuhrwerk verladen zu werden. In früheren Zeiten, berichtete Selch, musste er zur Erntezeit 60-mal 60 solcher Bänder aus den Strohhalmen erstellen. Die Besucher durften es nachmachen. Für die Kinder war es besonders interessant, kräftig an der Windmühle drehen.

Im Juradorf wurde der Stiftendrescher vorgestellt. Dabei wird das Getreide parallel zur Dreschtrommel zugeführt und von den Schlagleisten der schnelldrehenden Trommel aus den Ähren geschlagen. Wenn man es nach dem Ausdreschen wieder herauszieht, bleibt das Stroh unbeschädigt wie es in Weinbaubetrieben zum Heften der frischen Triebe benötigt wurde.

Aus Getreide wird in der Mühle Mehl, daraus backt der Bäcker Brot und Kuchen. Deshalb durfte er am Dreschtag im Freilandmuseum nicht fehlen. Im Schallerhof aber auch im Naabtaldorf konnten die Besucher frisch gebackenes Brot kaufen. Es gab aber auch traditionelle Kuchen von früher, so den Osterkuchen mit Quark und Rosinen. Zwetschgenkuchen, Brotkuchen und der Hefezopf fanden reißenden Absatz.

Maschinelle Erleichterung


Eine große Erleichterung für die Landwirtschaft in früheren Jahren war die Einführung der großen, meist durch Dampf oder später elektrisch angetriebenen Dreschmaschine. Wie diese funktioniert, konnten die Besucher bei der Raiffeisenhalle sehen, im dortigen Stadel wurde das Getreide am Halm angeliefert mit dem Pferdefuhrwerk und dann mit der großen Maschine gedroschen.
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