Frühkartoffel-Saison eröffnet
Schmackhafte Knolle direkt vom Hof

August Frey ist Stammkunde und kauft bei Junglandwirt Christoph Hösl gleich vier Säcke Kartoffeln, allerdings noch von der alten Ernte vom Herbst.
Vermischtes
Nabburg
13.06.2016
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Christa hat Mathias und Annette Hösl 25 Jahre begleitet, bald ist die Zeit dieser Frühkartoffelsorte abgelaufen. Valetta beispielsweise springt für Christa in die Bresche, so dass der Verbraucher auch künftig auf frische Frühkartoffeln vom Hof nicht zu verzichten braucht.

-Perschen. Am Donnerstag haben die Hösls auf dem Feld das erste Mal mit dem Vollernter gegraben. Der Zeitpunkt der Eröffnung der Frühkartoffel-Saison im Landkreis am Freitag auf dem Hof der Hösls war vom Bauernverband also goldrichtig gewählt. Auch das Geschäft florierte am Freitag, wobei so mancher noch bei Ditta oder Selma zulangte. "Für den Kartoffelsalat", sagt Annette Hösl, "sind die im Herbst eingelagerten Sorten besser". Selma empfiehlt sie für den Salat. Ditta bezeichnet sie als Allrounderin und die bereits ausverkaufte Quarta eignet sich für Knödel, Dotsch und Püree. Eingestaubt, damit sie nicht austreiben, werden die Kartoffeln der Hösls nicht. Annette Hösl schüttelt demonstrativ den Kopf.

Doch zurück zur neuen Ernte und Saison. Bis in den September hinein werden immer wieder andere Sorten geerntet. Am 11. März, erzählt Matthias Hösl im Beisein zahlreicher Ehrengäste vom Bauernverband, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), aus der Politik, aber auch von Kartoffelbauern, wurden die Kartoffeln gelegt. Der späte Frost habe ihnen zugesetzt. "Die Eisheiligen haben ziemlich eingeschlagen", erklärt Hösl. Den Gästen demonstriert er auch, wie es nach der Ernte weitergeht. Weil die Frühkartoffeln sehr verletzungsempfindlich sind, müssen sie beim Sortieren vorsichtig behandelt werden. Diese Aufgabe obliegt Annette Hösl.

"Edle Ackerkultur"


Bernhard Meier vom AELF spricht von einer "edlen Ackerkultur", die Pflege und Aufmerksamkeit verlange "wie eine Dame", schließlich trügen auch alle Kartoffelsorten Frauennamen. Weshalb, konnte am Freitag keiner beantworten. Das war auch nicht das Thema. BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm ging es einmal mehr darum, aufzuzeigen, dass Kartoffeln wohnortnah und frisch zu haben sind. "Sie müssen nicht aus Spanien kommen," ergänzt Wilhelm und verweist auf die kurzen Wege für die Verbraucher, denn flächendeckend ihm ganzen Landkreis gebe es Kartoffeln direkt vom Hof. Jeder Landwirt habe seine Stammkunden.

Annette Hösl weiß, dass Kunden oft ihre Kinder zum Kartoffel holen schicken, damit diese wissen, Kartoffel gibt's beim Bauern und bei den Hösls gibt es sie weiterhin. Sohn Christoph will den Hof übernehmen, was Vater Mathias Hösl mit Stolz erfüllt. Der kleine Hofladen, in dem auch Eier von den eigenen Hühnern, Nudeln und Honig, zurzeit noch Erdbeeren angeboten werden, aber ebenso mal Gartengemüse der Saison zu kaufen ist, ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Kartoffelanbau im LandkreisNach den Angaben von Bernhard Meier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) bauen heuer 332 Landwirte auf 1076 Hektar Kartoffeln an. Die Zahlen sind rückläufig. 2000 gab es noch 965 Landwirte und eine Anbaufläche von 2203 Hektar. Der Rückgang lässt sich Meier zufolge mit dem Strukturwandel - Kartoffeln sind arbeitsintensiv - und der Spezialisierung, wie etwa der Ausweitung der Milchviehhaltung, erklären. Schwerpunkte des Kartoffelanbaus seien Nabburg, Schwarzenfeld und Stulln. Der Großteil der Ernte geht an Lorenz Snackworld und Burgis. "Industriekartoffeln für Stärke oder Brennereien gibt es so gut wie nicht und Futterkartoffeln überhaupt nicht mehr."

Mathias Hösl ist Vollerwerbslandwirt mit 46 Hektar Ackerfläche. Er bewirtschaftet den Familienbetrieb viehlos, vergisst aber nicht die Hühner zu erwähnen. Auf 30 Hektar wächst Getreide, zum Beispiel Sommerweizen für die Hühner. Von den 13 Hektar Kartoffeln werden auf 8 Hektar die Sorten Krone und Gala für Burgis angebaut. Fünf Hektar bleiben der Direktvermarktung vorbehalten. Die meistverkaufte Kartoffel bei ihm ist die Ditta, wobei es viele "Fans" der Quarta gibt. (ihl)
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