Gedenken an die Kriegsopfer am Volkstrauertag
Mut zeigen gegen Hass und Hetze

Bürgermeister Armin Schärtl legte mit seinen Stellvertretern und Mitgliedern des Kriegervereins Kränze nieder. Bild: Hirsch
Vermischtes
Nabburg
14.11.2016
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Erinnerung an 100 Jahre Erster und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg: Zu Ehren der Gefallenen legte Bürgermeister Armin Schärtl mit seinen Stellvertretern Kurt Koppmann und Heidi Eckl sowie Mitgliedern des Kriegervereins am Denkmal im Stadtfriedhof Kränze nieder.

Nach der Abendmesse zogen am Samstag Vereinsabordnungen und Vertreter von Polizei und BRK-Bereitschaft von der Kirche zum Friedhof. Bürgermeister Armin Schärtl erinnerte an den Beschluss des Stadtrates, die Feier zum Volkstrauertag nun regelmäßig im Friedhof zu gestalten, das Mahnmal in der Nikolauskirche aber "formell beizubehalten".

Der Bürgermeister vergegenwärtigte den Zuhörern die Krisenherde und Kriegsschauplätze auf der Erde. Ihm fiel dazu ein altes Oberpfälzer Sprichwort ein: "d'Leit wern niat g'scheider". Ein Staatschef massakriere seit fünf Jahren in Syrien sein eigenes Volk und treibe die Menschen in die Flucht. Vor 100 Jahren tobte in Europa der erste Massenvernichtungskrieg, 25 Jahre später folgte die nächste Katastrophe.

Am Volkstrauertag erinnert Armin Schärtl regelmäßig an ein persönliches Schicksal aus dem Stadtgebiet. Diesmal wählte er das von Franz Meierl aus Brudersdorf, den Bruder seiner Schwiegermutter. Er war Jahrgang 1927 und sollte den elterlichen Hof übernehmen. Mit 17 Jahren kam er an die Ostfront und schrieb am 26. März 1945 noch einen Brief nach Hause. Vier Tage später - am Ostersonntag 1945 - ist Franz Meierl gefallen. Nur wenige Wochen vor der Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, Zivilcourage, Widerstand und Mut zu zeigen gegen Hass und Hetze im Umfeld, gegen Rassismus, Vorurteile, Neid und Ausgrenzung und "gegen jede Form von Kriegstreiberei und Kriegsverherrlichung", damit den nachfolgenden Generationen das Schicksal eines Franz Meierl erspart bleibe. Die Kranzniederlegung wurde von drei Böllerschüssen begleitet. Kaplan Berno Läßer erteilte den Segen, und die Jugendblaskapelle spielte den Marsch vom "guten Kameraden".
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