Inklusion an der Mittelschule

Das alltägliche Leben zu meistern, ist für einen Sehbehinderten oder gar Blinden gar nicht einfach. Auch mit praktischen Simulationsübungen erarbeitete die siebte Jahrgangsstufe der Mittelschule Nabburg das Projekt "Inklusion Sehbehinderter" auf intensive und spannende Weise. Bild: ee
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Nabburg
03.05.2016
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Inklusion, die Eingliederung von Behinderten, ist heute in vielen Bereichen unserer Gesellschaft Auftrag und Verpflichtung zugleich. Auch die Mittelschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Schüler an dieses Thema heranzuführen. So beschäftigte sich die siebte Jahrgangsstufe mit einem interessanten Projekt "Sehbehinderung - Blinde".

Begleitet wurde die Maßnahme von Doris Bauer, die als Physiotherapeutin und Fachübungsleiterin für Reha- und Behindertensport viel an Schulen, Kindergärten und in Fortbildungen für Erzieher unterwegs ist. Nachdem im Vorjahr das Thema "Rollstuhlsport - Rollstuhlfahrer" erarbeitet wurde, startete das diesjährige Projekt mit einer Theorieeinführung über verschiedene Seherkrankungen bis zur Blindheit. Die Schüler erfuhren, welche Schwierigkeiten im Alltag für die Betroffenen auftreten können und welche Hilfsmittel es für sie gibt: Sprachmemos, Blindenstock, Lupen, spezielle Bildschirme, Blindenschreibmaschine.

Am Praxistag erfuhren und erprobten die Mädchen und Jungen Simulationsbrillen für Grünen oder Grauen Star, Tunnelblick, starke Sehfeldeinschränkungen, Makuladegeneration, Halbseiten-Blindheit und Augenmasken zur Simulation kompletter Blindheit. So konnten die Schüler erste Erfahrungen sammeln, wie sich eine Sehbehinderung im Alltag auswirkt, etwa beim Essen und Trinken. Praktische Übungen wie Apfel schälen und zerteilen, Semmel aufschneiden und bestreichen, den Mitschüler mit Joghurt füttern, mit dem Blindenstock gehen, zeigten die alltäglichen Schwierigkeiten deutlich auf. In einer Tastkiste sollten Gegenstände erfühlt und mit einem Geräusch-Memory gleiche Paare auditiv erfasst werden. Das Lotsen von Sehbehinderten und (Ball-)Spiele, bei denen Behinderte in die sehende Gruppe integriert werden, ergänzten die praktischen Übungen.

Am Ende waren sich alle einig, wie vergleichsweise schwierig der Alltag eines Sehbehinderten oder gar Blinden ist, wie kompliziert das Erlernen der Blindenschrift sein muss, welch großen Respekt ein selbstständig lebender Behinderter für seine Leistungen verdient - für die "normalen" Mädchen und Jungen eine überaus spannende Erfahrung.
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