Jahresabschluss der Pfarrgemeinde

Der Einladung zum Einzelsegen im Anschluss an den Gottesdienst folgten zahlreiche Gläubige. Bild: bph
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Nabburg
02.01.2016
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Der Einladung zum Einzelsegen im Anschluss an den Gottesdienst folgten zahlreiche Gläubige. Bild: bph

"Türen" nahm Pfarrer Hannes Lorenz als aussagekräftige Beispiele in seinen Jahresrückblick. "Türen gehören zu unserem Leben. Unzählige davon durchschreiten wir jeden Tag. Dies ist uns so selbstverständlich, dass wir kaum darüber nachdenken", sagte er im Gottesdienst.

Gerade in der Silvester-Nacht wird das Bild von der Tür, die sich hinter einem schließt, zum Symbol für das vergangene Jahr 2015: 365 Tage sind vergangen. Ein Kapitel des Lebens werde abgeschlossen. "Welche Bedeutung wird das Vergangene noch für meine Zukunft haben? Diese und ähnliche Fragen bewegen uns an Silvester - jeden von uns ganz persönlich, und ebenso im Sinne eines Jahresrückblicks unserer Pfarrei", sagte Pfarrer Lorenz.

Thema Familiensynode


Schwieriger sei es mit den Türen, die vor einem liegen: "Manchmal tun wir uns schwer, sie zu öffnen; oft macht es Mühe, sich für die richtige Tür zu entscheiden; mitunter bleiben Türen verschlossen und wir bekommen sie trotz verzweifelter Versuche nicht auf. Jede offene Tür aber schenkt Raum für Neues, gibt den Weg frei nach vorn, ermöglicht Zukunft und Fortschritt. Offene Türen verbinden Menschen und stiften Gemeinschaft." Mit diesen Worten verwiese der Priester auf Ängste die vor den Menschen liegen, aber auch gleichzeitig auf neue Chancen, die sich bieten.

In seinen Ausführungen erinnerte der Geistliche auch an die große Familiensynode mit der die Kirche eine Türe aufgestoßen habe. Der anfängliche Optimismus in dieser Sache sei derzeit leider verflogen. "Das Abschlussdokument, auf das wir momentan warten müssen, wird zeigen, ob sich eine Türe öffnet, oder ob sie bei vielen noch mehr ins Schloss fällt."

"Hinter jedem Flüchtling hat sich bereits eine Tür geschlossen", schnitt der Prediger ein brandaktuelles Thema an. Krieg, Terror, Vertreibung und Chancenlosigkeit raubten diesen Menschen jede Hoffnung. Es gebe für sie kein Zurück mehr, das ihnen Zuversicht schenkt. Sie seien auf der Flucht nach vorn und getrieben von der Sehnsucht, eine Tür zu finden, die Zukunft in Freiheit und Frieden ermöglicht. "Es ist ein Zeichen der Sympathie für unsere Gesellschaft, wenn Unzählige diese Tür voll Sehnsucht in unserem Land erhoffen. Wir dürfen da nicht leichtfertig Türen zuschlagen."

In der Pfarrgemeinde gingen im Jahr 2015 wieder erfreulich viele Türen auf: "Die Tür der Veränderung bescherte uns einen frisch renovierten Westchor, der viel bestaunt und hoch geschätzt wird. Ebenso konnte mit dem Verkauf des alten Pfarrhofs ein Kapitel abgeschlossen werden, dem lange Diskussionen vorausgingen." Die Kirchenmusik habe viele Türen zu den Herzen der Menschen, geöffnet, ganz besonders mit den Orgel- und Chorkonzerten zum Michael-Haller-Gedenkjahr. Die Tür des Miteinanders in der Pfarrei stand beim Pfarrfest besonders weit offen für alle. "Selbstverständlich wissen wir auch um die Türen, die zufallen und die uns durch Kirchenaustritte oder Fernbleiben auch dokumentiert werden."

Öffnung der Hl. Pforte


Mit der Öffnung der Hl. Pforte am Petersdom durch Papst Franziskus am 8. Dezember gehe im wahrsten Sinn des Wortes eine neue Tür auf. "Sie geht auf, weil ein Mensch mit seinem ganzen Glauben und seiner Kraft dagegen drückt; sie tut sie sich auf - ohne Hammerschlag und Lärm - ganz still zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit." Sie tue sich auf mit der ganzen Symbolkraft des Evangeliums, in dem Christus selber spreche: "Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden." Mit dieser Zusage Gottes und seinem Segen dürften die Gläubigen voll Zuversicht die Türschwelle zum Neuen Jahr 2016 überschreiten.

Dank an die Mitarbeiter


Am Ende der Feier dankte Pfarrer Lorenz allen Mitbrüdern, den Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen der Pfarrei in allen Gremien und Gruppen sowie allen, die die Treue halten beim Gottesdienst und allen, die die Pfarrei durch ihr Gebet stützen. Nach guten Wünschen fürs Neue Jahr mit 366 neuen Tagen, " an denen uns der liebende Gott 'Von guten Mächten wunderbar geborgen' begleitet", versammelten sich die Ministranten mit brennenden Kerzen zum Schlusssegen um das Christkind vor dem Hauptalter. Mit dem Lied "Großer Gott wir loben Dich" endete eine beeindruckende Jahresschlussfeier am Silvesterabend. Der Einladung zum Einzelsegen im Anschluss an den Gottesdienst folgten zahlreiche Gläubige.
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