Jubiläum für Lauf und Läufer
Zum zehnten Mal am Start

Neun T-Shirts besitzt Hubert Haunersdorfer. Er ist der Rekordhalter bei EMZ. Das diesjährige Shirt kommt obendrauf, zwecks der Chronologie.
Vermischtes
Nabburg
21.05.2016
53
0
 

Der Läufer ist Hubert Haunersdorfer anzusehen. Aber er ist kein Getriebener, kein Besessener auf der Jagd nach Zeiten und Rekorden. Der Hobbyläufer besitzt jedoch Ausdauer - auch beim Landkreislauf.

/Guteneck. Der EMZ-Mitarbeiter aus der Fertigung ist einer der treuesten Landkreisläufer. Zum zehnten Mal geht er an den Start, feiert mit dem Wettbewerb ein persönliches Jubiläum. Vor ihm auf dem Tisch liegen, sorgfältig zusammengelegt, in chronologischer Reihenfolge die T-Shirts, farblich unterschiedlich, mal lang-, mal kurzärmlig. Die Shirts sind für manche Teilnehmer so etwas wie Sammlerstücke. Das grüne vom vergangenen Jahr gefällt dem Gutenecker am besten. Arbeitskollege Dieter Dettwiler trägt die Shirts auch beim Wandern, wurde schon so manches Mal interessiert angeschaut und dann gefragt: "Wo kommst denn du her? Schwandorf? Wo liegt denn das?"

So lernen Auswärtige Schwandorf kennen und die Einheimischen ihren Landkreis. "Da gibt es Orte, wo du sonst dein ganzes Leben nicht hinkommen würdest", erklärt Jürgen Rieger, der die Besprechungen zum Landkreislauf leitet. Der Ebermannsdorfer kannte den Landkreislauf aus Amberg-Sulzbach und war vor zehn Jahren von der Schwandorfer Idee sofort überzeugt. Bei einigen Kollegen musste er damals noch Überzeugungsarbeit leisten. Nicht allerdings beim Chef Thomas Hanauer, der selbst, wenn seine Zeit es erlaubt, aktiv teilnimmt oder "seine Aktiven" am Ziel erwartet, sie anfeuert und die letzten Meter mitläuft.

Für Haunersdorfer und auch Dettwiler - heuer zum neunten Mal dabei und seit ein paar Jahren Walker - ist der Landkreislauf 2016 fast ein Heimspiel. Haunersdorfer läuft die 6,7 Kilometer lange Etappe von Schwarzach nach Mitterauerbach. Von Guteneck aus könnte er fast zum Aufwärmen zur Wechselstelle joggen. Und Dettwiler baut mit der Feuerwehr Zangenstein erst die Wechselstelle auf, teilt die Helfer mit ein, bevor er sich ab Pertolzhofen auf eine der drei Walking-Etappen macht. "Ich könnte auch alle gehen," sagt der 54-Jährige.

Training braucht er nicht und Haunersdorfer schon gar nicht "Ich bin das ganze Jahr im Training", sagt der Gutenecker schmunzelnd. Drei Mal die Woche läuft er - allein . "Ich bestimme die Laufstrecke, ich bestimme die Geschwindigkeit und die Zeit, wann ich laufe." Er läuft einen Fünferschnitt und ist damit vollauf zufrieden. Rad fährt der 49-Jährige auch noch. Da sind die 6,7 Kilometer ein Klacks. Das stört so manchen Kollegen und Mitläufer, wenn er sagt: "Das ist doch ein Klacks."

Doch Haunersdorfer ist weder ehrgeizig, noch überheblich und läuft "just for fun", weshalb er auch bei Veranstaltungen außerhalb des Landkreises eher selten anzutreffen ist. Den Neumarkter Stadtlauf hat er mal mitgemacht und beim Regensburg Marathon die 10 000 Meter-Strecke. Obwohl er in Neumarkt in seiner Altersklasse Dritter wurde, sind diese Lauf-Events nicht sein Ding. Sein Parade-Wettbewerb ist und bleibt der Landkreislauf. Das liegt auch am Teamgedanken. "Jeder will das Beste rausholen." Schließlich kämen Mitarbeiter zusammen, die sich in der Alltagsarbeit eher selten treffen. Und das von Thomas Hanauer gesponserte Fest nach der Leistung ist Motivator mitzumachen, um hinterher mit den Kollegen zu feiern.

Mit der Breitensportveranstaltung des Landkreises verbindet Haunersdorfer viele schöne Erinnerungen. Über eine redet er mit den Arbeitskollegen oft: Es war die Wechselstation auf dem hoch gelegenen Fußballplatz in Altfalter mit DJ Fenkerl bei der Premiere 2006. "Das war phänomenal", fängt der eher zurückhaltende Haunersdorfer an zu schwärmen. "Da habe ich Gänsehaut gehabt." Seitdem gilt sein Augenmerk den Wechselstationen: "Ich schau mich kritisch um. Was geht da ab?"

Gänsehaut-Feeling überkam ihn wohl auch vor ein paar Jahren auf der Zielgeraden in Maxhütte-Haidhof, die gut einsehbar und übersichtlich war. "Da waren die meisten Zuschauer, und die eigenen Leute haben mich natürlich noch angefeuert." "Und da sind wir lange gesessen," ergänzt Martina Richthammer-Luber, die die Teams organisiert und "die Etappe kriegt, die übrig bleibt". Mit diesem Schicksal kokettiert sie eher, als dass sie damit hadern würde. Eines steht für Haunersdorfer garantiert nicht mehr zur Debatte, egal wie viele Landkreisläufe noch folgen werden: der Start. "Das war Stress, als 150 bis 160 Leute gleichzeitig losrannten. Das mach i nimmer."

LandkreislaufDie Firma EMZ-Hanauer will mit fünf Lauf- und fünf Walkingmannschaften am 4. Juni antreten. Das ist das Ziel des Organisationsteams bestehend aus Martina Richthammer-Luber, Tatjana Salomon und Jürgen Rieger. Unter den EMZ-Laufteams ist eine Mannschaft der Lehrlingswerkstatt. Für die Auszubildenden steht jahraus, jahrein wöchentlich eine bezahlte Stunde Sport - Donnerstag von 15 bis 16 Uhr - auf dem Programm. Die Firma zahlt allen die Startgebühren und einheitliche T-Shirts (zum Zehnjährigen gibt es neue) und spendet für jeden gelaufenen Kilometer der Betriebsangehörigen zwei Euro für einen guten Zweck. Für alle Landkreisläufer aus der Firma richtet EMZ außerdem ein Fest aus. Bisher sind für den Landkreislauf rund 1300 Teilnehmer gemeldet. Für die Jubiläumsveranstaltung sind noch bis einschließlich Montag, 23. Juni, unter www.partner-sad.de oder über die Landkreis-Homepage Anmeldungen möglich. (ihl )
Das war phänomenal. Da habe ich Gänsehaut gehabt.Hubert Haunersdorfer zur Wechselstation Altfalter beim Landkreislauf 2006
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.