Käfer setzt den Waldbauern zu

Wolfgang Meier aus Schmidgaden stellte das Sägewerk als Holzabnehmer für die WBV vor.
Vermischtes
Nabburg
05.02.2016
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Hinter den Waldbesitzern liegt ein schwieriges Geschäftsjahr. Das verdeutlichte der Vorsitzende der WBV, Georg Hottner aus Schwandorf-Niederhof. Bilder: ema (2)

Ob als Brennmaterial, zur Weiterverarbeitung in Zimmereien und Schreinereien oder bei der Papierherstellung: Holz ist ein sehr bedeutender Rohstoff in unserer Gegend. Dies wurde den zahlreichen Besuchern der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld in Referaten aufgezeigt.

Wolfgang Meier, Inhaber der Firma "Sägewerk Meier Schmidgaden", berichtete am Mittwochabend im Jugendwerk als regionaler Abnehmer mit anschaulichem Bildmaterial von der Verarbeitung des Holzes in seinem Betrieb. Er nutzte die Gelegenheit, um sich für die gute Zusammenarbeit mit der WBV zu bedanken.

Auch Johann Schuhbauer, Mitarbeiter des international tätigen Unternehmens UPM, zeigte die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Holzes auf, zum Beispiel für die Herstellung von Selbstklebeetiketten, Biostrom oder als Plastikersatz. In Deutschland agiert das Unternehmen hauptsächlich als Hersteller von grafischen Papieren wie Werbebeigaben, Magazinen oder Katalogen. Dazu wird neben dem Einsatz von Altpapier und Zellstoff laufend sogenannter Holzschliff benötigt, den UPM auch aus den Regionen Nabburg und Burglengenfeld bezieht. Geeignet zur Papierherstellung sind Fichten und Kiefern, die frisch, gerade und gesund sein sollten.

Schwieriges Jahr


WBV-Vorstand Georg Hottner und Geschäftsführer Reinhard Kreußel blickten auf ein außergewöhnliches Jahr 2015 zurück. Das Wirtschaftsjahr wurde dem Forstwirtschaftsjahr (bis einschließlich September) angeglichen, wodurch sich einmalig eine Geschäftstätigkeit von nur neun Monaten ergab. Dies stellte eine besondere Herausforderung im Hinblick auf einen kostendeckenden Holzumsatz dar, da meist das vierte Quartal am umsatzstärksten ist und dieses für den Geschäftsbericht 2015 nicht berücksichtigt werden konnte.

Auch der Holzpreis bei Fichten entwickelte sich im vergangenen Jahr problematisch. Er brach merklich ein, was mit Sturm Niklas im Frühjahr und der andauernden Trockenheit im Sommer in Verbindung gebracht wurde. Die Hitzewelle nämlich stellte optimale Voraussetzungen für die Brut des Borkenkäfers dar. Befallen waren nicht nur die Bestandsränder, sondern auch die Bestandsmitte, wo der Käfer schwer zu finden ist.

Gleich einschreiten


In Bezug auf diese Thematik appellierte der Förster Hubert Amode an die örtlichen Waldbesitzer, schnell zu handeln und bei Bemerken eines Käferbefalls zeitig einzuschreiten. Denn die hohe Nachkommensanzahl der Käferweibchen sorge für explosionsartiges Vermehrungspotenzial, was ein Fichtenabsterben sowie den Befall von Douglasienjungbeständen zur Folge haben kann. Zeichen für das Vorhandensein von Buchdrucker und Kupferstecher sind zum Beispiel Bohrmehl an Baumstämmen, Kronenverfärbungen und Rindenabfall. Bei diesen Anzeichen ist eine saubere Waldwirtschaft gefragt; befallenes Material muss am besten vor Ausflug der Elternkäfer, spätestens aber vor Ausschwärmen der Jungkäfer (circa Mitte April), entfernt worden sein. Für 2016 wurde den Waldbesitzern folgendes Motto im Hinblick auf die Käferproblematik mit auf den Weg gegeben: "Das Beste hoffen, aufs Schlimmste vorbereitet sein."

Unterstützung erhalten die Forstwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder vom Forstzusammenschluss, so etwa im Bereich der Pflanzenvermittlung, sowie kostenlose Beratung durch die vorhandenen Förster. Auch das Ausleihen von Geräten, wie dem "Pflanzfuchs", ein Erdbohrgerät, oder dem Hochentaster, der auch bei der Gartenarbeit Einsatz findet, ist gegen einen geringen Tagessatz möglich. Desweiteren plant die Waldbesitzervereinigung auch heuer wieder Lehrfahrten, voraussichtlich zum Truppenübungsplatz Hohenfels im Mai und zur KWF-Tagung nach Roding im Juni.
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